Viele haben sich vielleicht schon mal gedacht: "Ein Buch schreiben – das wär's." Sich tatsächlich hinzusetzen und zu schreiben, schaffen aber doch nur die wenigsten. Im National Novel Writing Month geht es darum, diese Blockade zu überwinden – und einfach mal zu machen.

Zusammen ist man weniger allein und das gilt auch für einsame Tätigkeiten wie das Schreiben. Denn Schreibblockaden, gute und schlechte Tage – das kennen alle Autor*innen. Doch austauschen hilft. Deshalb startet im November wie jedes Jahr der National Novel Writing Month. Das Ziel: Seiten schreiben, sich darüber austauschen und Gleichgesinnte finden.

"In den USA ist das Event bekannter als hier. Gestartet hat es 1999 mit 21 Teilnehmenden – letztes Jahr haben mehr als eine halbe Million Menschen aus allen Erdteilen mitgemacht."
Grit Eggerichs, Deutschlandfunk Nova

Die Idee, sich zu einem National Novel Writing Month zusammenzutun, kommt aus den USA: So viele Geschichten bleiben unerzählt, weil sie niemand aufschreibt und das Schwierigste ist dabei oft, überhaupt mit dem Schreiben zu beginnen. Die Challenge sollte das ändern und zum Schreiben motivieren. Das Ziel: 50.000 Wörter in 30 Tagen zu Papier bringen.

Los schreiben und Seiten produzieren!

Was 1999 mit 21 Teilnehmenden gestartet ist, hat sich nun zu einer internationalen Gemeinschaft entwickelt: Letztes Jahr haben mehr als eine halbe Million Menschen mitgemacht und im November fleißig geschrieben.

50.000 Wörter sind je nach Schriftart bei Schriftgröße 12 so um die 90 DIN A4-Seiten, erklärt unsere Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Grit Eggerichs. Als Buch ist das sogar mehr : 50.000 Wörter ergeben über 200 Seiten – also schon fast einen Roman.

"Es geht darum, die Geschichte erst einmal aufzuschreiben. Sie wird sowieso nie beim ersten Mal perfekt, sondern muss danach immer noch mehrfach überarbeitet werden."
Lisa Bogen, macht seit zehn Jahren beim NaNoWriMo mit

Natürlich steht am Ende des Monats noch kein druckfertiger Roman. Darum geht es auch nicht, meint Lisa Bogen aus Bonn. Sie hat schon neun Mal an der Challenge teilgenommen und acht Mal die 50.000 Wörter erreicht.

Sie sagt, am Ende geht es nicht darum eine perfekte Geschichte zu schreiben, sondern viele Seiten mit Ideen zu haben, die sich überarbeiten lassen. Denn das gehört sowieso zum Prozess dazu.

Netzwerk von Autor:innen

Neben der Motivation sich endlich mal hinzusetzen und tatsächlich zu schreiben, soll der National Novel Writing Month auch ein Netzwerk bieten, für alle die schon lange schreiben oder gerade erst damit begonnen haben. In den Foren tauschen sich die Teilnehmenden über ihren Schreibprozess aus und es gibt auch Vorträge von bereits etablierten Schriftsteller*innen, in denen sie ihre Tipps weitergeben.

"In den Foren tauschen wir uns über den Schreibprozess an sich aus: War es ein guter Tag, ein schlechter Tag? Was hilft mir, um mich zu motivieren?"
Lisa Bogen, macht seit zehn Jahren beim NaNoWriMo mit

Mitmachen können alle, die sich gerne einmal ausprobieren und sich dabei mit anderen austauschen wollen.

Wer vielleicht noch eine kleine Motivation braucht: Aus vielen der Versuche des National Novel Writing Month werden später tatsächlich auch Romane. So ist zum Beispiel "Wasser für die Elefanten" von Sarah Gruen auch als Projekt der Challenge entstanden.