Die Natur spielt verrückt in diesem Jahr, weil es keinen Winter gab und Februar und März ungewöhnlich warm waren. Pollenallergiker kriegen die volle Dröhnung, die Spargelsaison hat schon Anfang April begonnen und die Zecken warten schon viel früher als sonst auf ihre Opfer.

Zecken lieben feuchtes und warmes Wetter

Dr. Olaf Kahl ist Diplombiologe und Zeckenforscher, er betreibt die Seite Zeckenwetter.com. Er weiß: Den Winter verbringen Zecken unter der Laubdecke des Waldes, auch den Rest des Jahres fühlen sie sich dort wohl. Doch um an frisches Blut zu gelangen, verlassen sie ihr Versteck und klettern an Grashalmen, Pflanzen und Büschen hoch. Von dort gelangen sie dann auf Mensch oder Tier. Wenn es heiß und trocken ist, dann verkriechen sich die Zecken wieder im Laub, um nicht auszutrocknen. Heiß und trocken: das ist schlechtes Wetter für Zecken, gut für uns.

Vorbeugung ist wichtig

Olaf Kahl weist darauf hin, dass Zecken gefährliche Krankheiten übertragen können. Borreliose, eine bakterielle Erkrankung und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis).

"Vom Namen darf man sich nicht täuschen lassen, Zecken übertragen FSME auch im Frühling oder Herbst"
Olaf Kahl, Diplombiologe und Zeckenforscher

Deswegen, sagt Kahl, sei Vorbeugung wichtig. Unbedingt lange Kleidung anziehen und - auch wenn es bescheuert aussieht -, die Socken über die Hosenbeine ziehen, damit macht man es den Zecken schwerer zur Haut zu gelangen.

Nach jedem Wald- und Wiesenspaziergang sollte man sich und die Kleidung gründlich absuchen. Besonders, wenn man Kräuter oder Pilze gesammelt hat, also Kontakt mit bodennahen Pflanzen hatte. Auch sogenannte Repellents, Sprays oder Cremes gegen Ungeziefer , sind sinnvoll - auch wenn ihr Ruf schlecht ist.

"Einfach raus und das möglichst schnell!"
Olaf Kahl, Diplombiologe und Zeckenforscher

Wenn es doch eine Zecke geschafft sich festzubeißen, sollte man diese sofort entfernen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass es keinen Unterschied macht, wie man die Tiere entfernt, sagt Kahl.

Kahl rät, die Tiere aufzuheben. Am besten in Alkohol. So kann man später noch nachvollziehen, dass es tatsächlich eine Zecke war.