Wer nicht 19 Jahre bis zur nächsten Gelegenheit warten will, sollte sich in der letzten Januarnacht auf ein Rendezvous mit dem Vollmond einlassen. 

Schon immer musste der Mond für allerlei Mythen und Legenden herhalten. Egal ob bei den alten Griechen oder Ägyptern. Doch was sich der Mond heute Nacht leistet, ist an Spektakel kaum zu überbieten. Gleich drei seltene Mondphänomene treten am 31. Januar zusammen auf:

Supermond

Auf seinem Weg um die Erde, kommt der Mond uns unterschiedlich nahe. Die maximale Differenz beträgt rund 50.000 Kilometer. Das liegt daran, dass die Bahn, auf der sich der Mond um die Erde bewegt, nicht kreisrund ist, sondern elliptisch.

“Der Mond ist gerade knapp 360.000 Kilometer entfernt. Also relativ nah dran an der Erde.“
Carolin Liefke, Astrophysikerin

Wird der geringste Abstand zur Erde genau an Vollmond erreicht, kommt es zum Supermond, der uns als besonders groß erscheint. Der Unterschied zum Mond mit der größten Entfernung zur Erde, der uns relativ klein vorkommt, beträgt 14 Prozent. Das entspricht ungefähr dem Unterschied zwischen einer 1-Euro-Münze und einer 2-Euro-Münze. Bei der Helligkeit ist der Effekt noch größer. Da liegt der Unterschied bei ungefähr 30 Prozent.

Blutmond

Der sogenannte Blutmond ist eine Begleiterscheinung der totalen Mondfinsternis. Dann verläuft die Bahn des Mondes durch den Kernschatten der Erde, die zwischen der Sonne und dem Mond steht. Bei uns ist die Mondfinsternis leider nicht zu sehen, dafür aber in Asien, Neuseeland, Australien und Teilen von Hawaii und Alaska. Währenddessen nimmt der Mond eine rötliche Farbe an. 

Das Licht von der Sonne wird durch die Erdatmosphäre in den Schatten gestreut, den die Erde auf den Mond wirft. Je mehr Staubpartikel oder Wasserdampf in der Luft sind, desto stärker ist der rötliche Farbton des Mondes. Wer verstehen will, wie das Ganze zu Stande kommt, kann zu Hause ein kleines Experiment durchführen:

Blue Moon

Der Blue Moon ist eigentlich nur eine kalendarische Besonderheit, die wir nicht direkt beobachten können. Denn dann erscheint in einem Monat gleich zweimal der Vollmond am Himmel.

“Im Februar mit nur 28 Tagen kann auch mal gar kein Vollmond auftauchen.“
Carolin Liefke, Astrophysikerin

Das ist möglich, weil der Mond für eine Erdumrundung weniger als 31 Tage braucht. Tritt der erste Vollmond direkt zu Beginn eines Monats auf, besteht die Möglichkeit, dass wir auch am Ende des gleichen Monats einen weiteren Vollmond zu Gesicht bekommen.

Seltenes Schauspiel

Das Blue Moon, Supermond und Blutmond zusammen auftreten, kommt in einem Menschenleben nur äußerst selten vor. Das letzte Aufeinandertreffen der drei Monde an einem Tag gab es am 30. Dezember 1982. Auf den nächsten Termin müssten wir aber nicht ganz so lange warten. Denn am 31. Januar 2037 ist es wieder so weit.