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Glücklich sein, positiv denken und in den kleinen Dingen des Lebens das Schöne finden: Das ist Laura heute. Noch vor ein paar Jahren hat sie immer das Negative gesehen und die Welt als einen schlechten Ort wahrgenommen - bis es sie fast ihre Beziehung gekostet hat.

Es war für Laura eine Selbstverständlichkeit, dass Menschen sie belügen und ihr nichts Gutes passieren kann: "Ich konnte positive Dinge nicht sehen." Sie sei impulsiv gewesen, konnte anderen Leuten nicht vertrauen und schon früh wurde ihr beigebracht, dass sie viele Dinge im Leben sowieso nicht erreichen könne: "Ich habe von außen immer den Stempel bekommen, dass ich sowieso werde wie meine Familie oder dort ausbrechen muss, um etwas aus mir zu machen."

Laura konnte anderen nicht vertrauen

Mit sechzehn packt sie ihre Sachen zusammen, verlässt ihre Familie und zieht nach Berlin, um ihr Abitur zu machen. Dort lernt sie ihren jetzigen Mann kennen, sie werden ein Paar, und für Laura ist es die erste große Liebe, eine wichtige Beziehung.

Trotzdem fällt es ihr schwer, ihrem Partner zu vertrauen: "Wenn er mir was Freudiges erzählt hat, habe ich immer gedacht: Das kann ja nicht stimmen." Für ihn sei es damals schwierig gewesen, Lauras Sichtweise zu verstehen, denn dass Menschen so negativ reagieren, kannte er bis dahin nicht.

"Die Welt im Außen war für mich schlecht und auch mein Selbstwert war schlecht."
Laura, hat früher alles negativ gesehen

Er sei in einem sehr behüteten Umfeld aufgewachsen, ganz anders als Laura, habe familiäre Unterstützung erlebt: "Ihm wurden Stärken mitgegeben, und es wurde an ihn geglaubt."

Drei Jahre sind die beiden ein Paar, dann möchte Lauras Freund die Trennung: "Er ist durch meine impulsive Art fast in eine Depression gekommen", erzählt sie. Für die heute 28-Jährige ist damals eine Welt zusammengebrochen und sie fühlte sich in ihrem Glauben bestätigt, dass ihr nur schlimme Dinge passieren könnten.

"Er hat mir dann diese Chance gegeben, wofür ich ihm unendlich dankbar bin. Dieser große Schritt wegzuziehen hat einiges bewirkt."
Laura, hat früher alles negativ gesehen

Doch dann beschließt Laura, die Situation nicht hinzunehmen, sondern einen Schritt nach vorn zu machen: "Ich dachte echt: Nee Laura, du musst jetzt was ändern!". Also zieht sie zur Familie ihres Freundes an den Bodensee, um dort eine Therapie zu machen. Dort leben sie heute, sechs Jahre später, immer noch zusammen und haben in diesem Jahr geheiratet.

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Der Umzug an den Bodensee war die Kehrtwende in Lauras Leben: "Von da an hat sich alles verändert." Nicht nur ihre Therapie, die Hilfe ihres Mannes und seiner Familie seien wichtig gewesen, um ihr Denken zu verändern, auch der Ort habe dazu beigetragen.

"Ich habe mit der Natur meine Freiheit gefunden", sagt Laura, sie fühle sich endlich verwurzelt und habe sich ein Netzwerk von Leuten aufbauen können, die ihr guttun. "Die Menschen sind hier ganz anders, und ich habe gelernt, kleine Dinge im Leben zu schätzen." Kontakt mit Personen aus ihrem früheren Leben hat Laura nicht mehr, denn sie fürchtet, dann wieder in alte Muster zu verfallen.

"Ich habe vieles besprochen und angesprochen, habe die Themen noch mal hochgeholt und aufgearbeitet."
Laura, hat früher alles negativ gesehen

Warum sich Lauras Mann trotz ihrer früheren Negativität in sie verliebt hat, haben die beiden auch schon öfter diskutiert: "Er sagt immer, dass er den Rohdiamanten in mir gesehen hat."