Neo-Broker sind App-Anbieter, die den unkomplizierten Handel mit Aktien ermöglichen sollen. Um wirklich Geld zu machen, sollte man aber einige Spielregeln beachten.

Viele Unter-30-Jährige haben angefangen, Geld in Aktien zu investieren. Letztes Jahr gab es in der Altersgruppe ein sattes Plus von 67 Prozent. Insgesamt sind in Deutschland fast drei Millionen neue Anleger dazugekommen. Ein Grund für die rege Nutzung könnte der günstige Preis von Neo-Brokern sein. Kostet ein Handel bei einer Direkt-Bank 10 Euro, kann bei Neo-Brokern umsonst oder für einen Kleinstbetrag gehandelt werden.

Der Kauf und Verkauf soll bei Neo-Brokern unkompliziert und bequem per App funktionieren. Ob sie dieses Versprechen einhalten und was man beim Handeln unbedingt beachten sollte, hat Deutschlandfunk-Nova-Reporter Nico Rau getestet.

Aktienhandel für alle?

Neo-Broker-Anbieter heißen zum Beispiel "tradeRepublic", "justTrade", "Smartbroker" oder "finanzen.net zero". Der niedrigschwellige Zugang ist eines der Versprechen, die sie alle geben. Das lösen sie laut Nico Rau auch ein. Die Apps sind nach seiner Erfahrung intuitiv aufgebaut. Die Anmeldung dauert um die 15 Minuten. Die Nutzer*innen müssen dann noch Geld auf die App überweisen und können anschließend mit dem Handeln loslegen. Über die Suchfunktion werden direkt beliebte Aktien und Fonds angezeigt. Nur was sollte man beim Handeln beachten?

Grundregeln beim Handeln

  • Geld möglichst breit anlegen. Am besten an einer Vielzahl von Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen.
  • Sich mit den Unternehmen beschäftigen: In was investiere ich da? Nicht einfach blind kaufen, weil eine Aktie gerade total beliebt ist.
  • Eine Börse ist kein Supermarkt mit gleichbleibenden Preisen. Durch die Dynamik kann es zu großen Schwankungen kommen, wodurch man sein Geld schnell verlieren kann.
  • Nach Möglichkeit ETFs kaufen. Das sind günstige Aktienfonds, in denen viele Aktien verschiedener Unternehmen stecken. Wenn eines schwächelt, ist das dann nicht schlimm.
  • Zu den üblichen Börsenzeiten (08:00 bis 20:00 Uhr) handeln.

Kommt Zeit, kommt Geld

Wer mit Aktien Geld verdienen möchte, braucht vor allem Geduld. Zehn, besser fünfzehn Jahre sollten vergehen, bevor das investierte Geld wieder angerührt wird. Das habe den Vorteil, so Nico Rau, dass man schlechte Phasen an den Börsen einfach aussitzen kann. Denn Studien haben ergeben, dass ständiges Handeln den Gewinn schmälert. Aber genau dazu verleiten die Apps, da man mit ihnen auch mal eben in der U-Bahn oder auf dem Sofa handeln kann.

"Auch wichtig: immer ein Limit setzen, also festlegen, zu welchem Kurs ich maximal bereit bin, das Wertpapier zu kaufen."
Nico Rau, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Risikofreudige Anlegerinnen und Anleger verleitet es öfter mal zum Zocken. Also Aktien von Unternehmen zu kaufen, die unerwarteterweise in die Höhe schießen könnten. Gleichzeitig ist hier das Risiko, hohe Verluste zu machen, besonders groß. Das war zuletzt der Fall bei den Gamestop Aktien. Hendrik Buhrs Finanzexperte beim Portal Finanztipp rät, noch jemanden über das "Zock-Vorhaben" zu informieren. Das verhindere den Effekt, immer neues Geld nachzuschießen, wenn es nicht so läuft, wie man es sich vorgestellt hat. Als Faustregel gilt: maximal fünf bis zehn Prozent des investierten Geldes zum Zocken verwenden.