Ein ziemlicher heller Komet zieht im Moment sein Bahn am Nachthimmel: Neowise. Wenn ihr ihn noch nicht gesehen habt, dann jetzt aber schnell – denn heute (23.07.) ist der Tag, an dem er der Erde am nächsten kommt: Er ist gerade mal 100 Millionen Kilometer entfernt und uns damit näher als die Sonne.

Die Chancen sinken, Neowise noch zu sehen, denn langsam wird sein Licht wieder schwächer. Noch könnt ihr ihn aber mit bloßem Auge am Himmel sehen.

Mit bloßem Auge sichtbar

Kurz zur Info: Neowise fliegt nur so alle 5000 bis 7000 Jahre an der Erde vorbei. Es wird also eure einzige Chance sein, den Kometen zu sehen. So klappt das heute am besten:

  • Etwa ab 23 Uhr sollte Neowise auftauchen.
  • Blickrichtung: Nordwesten, also etwa dort, wo die Sonne untergegangen ist.
  • Der Himmel sollte natürlich nicht bedeckt sein. Im Süden Deutschlands steht die Chance heute besser als im Norden, denn ist es bewölkter

Bei klarem Wetter aber dürfte Neowise kaum zu übersehen sein, sagt Astrophysiker Michael Büker.

Michael Büker, Astrophysiker
"Das ist im Prinzip ein hellerer Strich am Himmel. Und der ist ungefähr so lang wie der Durchmesser des Vollmondes. Das ist also was, das man ansonsten niemals sieht, das kann man also mit keinem Flugzeug oder Planeten verwechseln."

Kometen sind eigentlich eher klein. Was wir sehen, ist der Schweif, den sie hinter sich herziehen – und zwar immer dann, wenn sie relativ nah an der Sonne vorbei fliegen.

Schmutzige, schmelzende Schneebälle

Ein Komet besteht aus lose gepacktem Material, vor allem aus Staub und aus Wasser. Michael Büker bezeichnet sie als "schmutzige Schnellbälle". Wenn sich diese jetzt der Sonne nähern, werden sie durch deren Strahlung – sowohl durch die Wärme als auch durch geladene Teilchen – sozusagen weggepustet. Und genau das sehen wir als Schweif.

Tipps vom Profi-Fotografen

Neowise zu fotografieren, ist gar nicht so schwer, sagt Profi-Fotograf Stephan Forstmann, der sich mit Nachthimmelaufnahmen gut auskennt.

  • Am besten nehmt ihr ein Stativ, weil das Bild sonst bei Dunkelheit zu unscharf und verwackelt wird.
  • Wer eine Spiegelreflex-Kamera hat, kann diese gut dafür benutzen.
  • Ihr solltet nicht den Automatik-Modus wählen, sondern den manuellen.
  • Eine lange Belichtungszeit einstellen: Bei 5 Sekunden anfangen, dann könnt ihr euch langsam hochtasten.

Es geht aber tatsächlich auch mit dem Smartphone, sagt Stephan Forstmann. Er hat das mit dem Handy seiner Frau hinbekommen, einfach vom Balkon aus und ohne Stativ.

"Wir haben einfach ihr Handy bei uns auf dem Blumenkasten gestellt, festgehalten und haben vier Sekunden lang frei Hand belichtet. Und damit haben wir den Kometen fotografiert."
Stephan Forstmann, Profi-Fotograf

Ihr könnt aber auch eine Handy-Halterung, zum Beispiel aus dem Auto, nehmen und sie irgendwo am Balkon festkleben, um das Smartphone ruhig zu stellen. Und auch beim Smartphone solltet ihr die Kamera auf manuelle Belichtung umstellen, wenn das geht. Und den Fokus auf "unendlich" – dann wird das Bild auch scharf.