2018 kämpfen sie um einen Platz im US-Kongress: Vier Demokratinnen, die gegen das Establishment antreten. Die Netflix-Serie "Frischer Wind" dokumentiert ihren Kampf. Klar wird: Oft ist es unglamourös und die anderen haben meist mehr Geld. Aber eine von ihnen schafft es: Alexandria Ocasio-Cortez. Unsere Reporterin Anke van de Weyer hat die Serie "Frischer Wind im Kongress" geschaut.

Die Serie dokumentiert vier Frauen: alle Politik-Neulinge. Zum einen Alexandria Ocasio Cortez. Sie tritt in New York an und während ihres Wahlkampfs arbeitet sie als Kellnerin. Sie wurde mit 29 Jahren als jüngste Frau überhaupt in den Kongress gewählt.

Neben Cortez wird auch Paula Jean Swearingen porträtiert: eine Geschäftsfrau, die aus einer Bergarbeiter-Familie in West Virginia kommt. Cori Bush ist Krankenschwester und Pastorin: Sie tritt in Missouri an. Außerdem wird Amy Vilela vorgestellt: Sie ist Aktivistin im Bereich Gesundheit und macht das Gesundheitssystem der USA für den Tod ihrer Tochter verantwortlich.

"Frischer Wind im Kongress" dokumentiert vier Frauen

Unsere Reporterin Anke van de Weyer kann die Serie empfehlen. Denn sie zeige, wie Politik in den USA funktioniere. "Ohne hohe Spendengelder oder persönlichen Reichtum kann man kaum Wahlkampf führen", sagt Anke van de Weyer. Die vier Politikerinnen, die in der Serie vorgestellt werden, lassen sich ihre Wahlkämpfe nicht durch Lobbyisten finanzieren.

"Die Serie zeigt sehr gut, wie Politik in den USA funktioniert."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Produziert hat die Serie die Filmemacherin Rachel Lears. Im Deutschen hat sich Netflix den unsäglichen Titel "Frischer Wind im Kongress" ausgedacht. Im Original heißt die Dokumentation: "Knock down the House".

Wahlkampf ist verdammt zähe Arbeit

Die Serie mache deutlich, wie wenig gla­mou­rös große Teile des Wahlkampfes sind, so Anke van de Weyer. "In einer Szene steht Paula Jean Swearingen vor fünf Leuten irgendwo im Nirgendwo in Nevada", sagt Anke van de Weyer. Sie versucht trotzdem, die Leute von sich zu überzeugen.

Die Kamera begleitet Alexandria Ocasio-Cortez in eine halbleere Turnhalle an irgendeinem Ort. Es geht um den Vorwahlkampf der Demokraten und ihr Parteikollege und Konkurrent Joe Crowley kommt erst gar nicht zur Diskussion. Er lässt sich vertreten.

"Wahlkampf ist richtig krasse Knochenarbeit."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Alexandria Ocasio-Cortez kämpft trotzdem. Sie klappert viele Orte ab und macht mit Begeisterung Wahlkampf.

Letztlich gewinnt sie die Vorwahl gegen Joe Crowley. Der saß immerhin seit 1999 im Kongress und gehört zum politischen Establishment. Doch er muss sich gegen Alexandria Ocasio-Cortez geschlagen geben. Die gewinnt dann auch gegen ihren republikanischen Konkurrenten und sitzt seitdem im US-Kongress.

Doch Alexandria Ocasio-Cortez ist auch die einzige der vier Frauen, die in den US-Kongress einzieht. Und vermutlich hätte Netflix die Serie sonst auch nicht gekauft. Denn Alexandria Ocasio-Cortez ist mittlerweile ein Polit-Star.