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Beim Wort "Smarthome" ist unser Netzbastler Moritz Metz bisher immer zusammengezuckt. Er dachte an gehackte Fernseher, Angriffe über die Glühbirne und Datenflüsse von der Couch direkt nach China. Jetzt hat er sich aber selbst mal an das Projekt gemacht, sein Zuhause zu vernetzen - allerdings ohne Anschluss ans Internet. Dafür mit einer umgebauten Wifi-Steckdose aus dem Baumarkt.

Die Lampe, die angeht, wenn man nach Hause kommt. Die Rollos, die am Morgen selbst nach oben fahren. – Ein Smart Home kann unser Leben bequemer machen, die Sicherheit verbessern oder auch beim Energiesparen helfen. Allerdings kann es auch scheunentorgroße Sicherheitslücken öffnen: Fiese Botnetze verbreiten sich auch mal auf smarten Glühbirnen. Und wer will schon, dass jedes Öffnen der Kühlschranktür von irgendwelchen Anbietern in der Cloud verzeichnet wird?

Ein altmodischer Lichtschalter ist dagegen eher ein angenehm cleanes und datenschutzkonformes User-Interface, sagt unser Netzbastler Moritz Metz. Trotz aller Skepsis hat er für uns an einer cloudfreien und preiswerten Smarthome-Lösung herumgetüftelt.

Smarthome geht auch ohne Cloud

Moritz und sein Praktikant Jakob bespielen diesmal mehrere smarte Baumarkt-WLAN-Steckdosen sowie kleinere Schaltmodule mit der Open-Source-Firmware "Tasmota". Diese ist mit etlichen solcher preiswerten Module kompatibel, in denen der ESP8266-Microcontroller arbeitet. Im Gegensatz zur oft verheerend schlechten Original-Software der No-Name-Anbieter bietet Tasmota mehr Funktionen und auch eine höhere Sicherheit.

Das Flashen klappt bei manchen Geräten drahtlos "Over the Air" – ansonsten durch das Öffnen des Gehäuses und Anlöten kleiner Kabel für eine serielle Verbindung. Dafür braucht es neben Löt-Skills und einer großen Portion Vorsicht auch noch einen Arduino oder einen TTL-Konverter und ggf. einen Spezialschraubenzieher.

Nach dem Flashen kann die Steckdose mit dem WLAN verbunden werden, über das MQTT-Protokoll kommunizieren und unzählige Autmatisierungen vollziehen, ohne dass irgendwelcher Datenverkehr das lokale Netz verlässt.

Ganz wichtig: NIEMALS das gerade geöffnete Gerät mit Steckdosen-Strom verbinden, 230 Volt sind lebensgefährlich! Wir übernehmen keine Haftung.

Shownotes
Vernetzung der eigenen vier Wände
Mit einer umgebauten Wifi-Steckdose zum Smarthome
vom 20. Oktober 2019
Moderation: 
Sebastian Sonntag
Gesprächspartner: 
Moritz Metz, Deutschlandfunk-Nova-Netzbastler