Zehn Gründe, warum wir bestimmte Dinge im Netz unbedingt teilen müssen. Vor allem der dritte Grund rührt mich zu Tränen. Das ist zwar nicht unser Stil, aber er funktioniert: Seiten wie Heftig.co verlocken mit solchen Teasern Millionen User zum Klicken, Teilen, Liken.

Wer es im Netz darauf anlegt, der bekommt sein Publikum. Netzphänomene wie der Happy-Song, irgendwelche Katzenvideos oder der Gangnam-Style von Psy lösen massenhaft Klickimpulse aus, und woran das liegt, ist inzwischen in verschiedenen Studien untersucht worden. "Wir teilen vor allem Inhalte, die uns emotional ansprechen", fasst Kim Rixecker sie im Online-Magazin t3n zusammen: Psychologie der Viralität: Warum wir teilen, was wir teilen.

Wir teilen, was uns emotional mitnimmt

Nachrichten müssen eine emotionale Komponente haben, wenn man sich drüber aufregen kann oder etwas ganz schön ist. Auch manche News aus der Wissenschaft werden gerne geteilt. Eine Studie hat allerdings ergeben: Die User haben die Wissenschaftsmeldung oft gar nicht gelesen, sie wollen einfach nur schlau wirken, indem sie die Meldung teilen.

"Listen gehen übrigens auch immer gut. Eine Studie fand heraus: Listen mit zehn Punkten gehen am besten, werden also am meisten geteilt."
DRadio-Wissen-Reporter Konstantin Zurawski über unsere unbewussten Klick-Reflexe

Und dann gibt es noch die puren Emotion-Trigger, wie sie Seiten wie Heftig.co bedienen. Hier werden oft Inhalte von anderen Seiten geklaut und mit einer neuen, Aufmerksamkeit heischenden Überschrift versehen: "Seine Mama ist an Krebs erkrankt. Also hat er etwas gemacht, das mich unglaublich berührt hat.“ Oder: "20 Ideen hässliche Sachen zu verstecken. Für Nr. 12 beneidet mich jeder.“

Erfolgreicher als Spiegel Online

Der Erfolg spricht für sich: Heftig.co erreichte mit 90 Artikel im April 2014 2,4 Millionen Flies, also Likes, Shares, Kommentare und Verlinkungen bei Facebook, Twitter und Google+. Spiegel Online kam auf nur 1,3 Millionen Flies - bei etwa 90 Artikeln pro Tag.