Die Lobeshymnen fielen eher verhalten aus, als 2012, nur rund fünf Jahre nach der letzten Spider-Man-Verfilmung mit Tobey Maguire in der Hauptrolle, schon das Remake in die Kinos kam. "The Amazing Spider-Man" mit Andrew Garfield als Spinnenmann war nett, aber unnötig. Umso größer der Paukenschlag, den der zweite Teil "The Amazing Spider-Man 2: Rise Of Electro" auslösen wird: Ein Superheldenfilm der Extraklasse. Außerdem neu im Kino: das Mode-Portrait "Yves Saint Laurent" und die tiefschwarze britische Gangster-Dramödie "Dom Hemingway" mit Jude Law. Diese Woche im Interview: Johnny Depp.

Anfang der 2000er Jahre sorgten Marvels "Spider-Man" Filme für Furore, waren gemeinsam mit den ersten X-Men-Filmen der Auslöser für den heutigen Marvel-Boom im Kino. Tobey Maguire als Peter Parker und Spider-Man, Kirsten Dunst als Mary Jane Watson und James Franco als Harry Osborne, sie alle sind durch die drei Filme zu Superstars geworden.

Nur rund zehn Jahre später, 2012 kam das Remake in die Kinos, neue Schauspieler - aber eine weitestgehend alte Geschichte. Wieder nicht wirklich nah an den Comics, zusammengewürfelt aus verschiedenen Spider-Man Epochen, dieses mal mit Andrew Garfield als Spidy und ganz ohne die Figur der M.J. Watson, stattdessen mit Emma Stone als Peter-Parker-Freundin Gwen Stacy. Nett - aber nicht wirklich notwendig, einfach eine etwas andere Sicht darauf, wie aus Peter Parker Spider-Man wurde.

Es war klar, dass im zweiten Teil eine Schippe drauf gepackt werden müsste und das haben die Macher eindrucksvoll umgesetzt Im zweiten Teil der Neuauflage kriegt es Spider-Man mit dem Hochspannungs-aufgeladenen Electro (Jamie Foxx) zu tun, der nicht nur ganz New York ins Dunkel legt, sondern auch den Superhelden selbst und dessen Liebste angreift. Parallel lernen wir einen neuen Harry Osbore (Daane DeHaan) kennen, der es auch in sich hat und Peter Parker stellt sich quasi selbst vor die härteste Wahl: große Liebe oder Superheld sein? Dieser Amazing Spider-Man hat alles, was ein moderner Superhelden-Film braucht: Action, wahnsinnig gute Spezial-Effekte, eine spannende Story mit mehreren Handlungssträngen die zusammenlaufen, dazu die richtige Portion Humor und Drama. Fazit: Aus den Fehlern des ersten Teils alles gelernt, was zu lernen war.

Wer auf so richtig derben, britischen Humor steht, ist diese Woche im Kino bestens bedient mit der Gangster Dramödie "Dom Hemingway". Jude Law spielt darin – eher ungewohnt aber wahnsinnig gut – den gleichnamigen Safe-Knacker, der nach zwölf Jahren Haft aus dem Gefängnis kommt und seinen Teil der Beute einfordern will. Eigentlich kein allzu schweres Unterfangen, wenn Dom sich nicht permanent mit seinem überbordenden Ego und seinen Kurzschlusshandlungen selbst im Weg stehen würde. Dass der Film dabei immer an der Grenze zum Arthouse entlang schrammt kommt ihm dabei eher zu Gute, als das es ihn behindern würde. Nur einen klassischen Mainstream-Gangsterfilm darf man hier nicht erwarten. Dafür sind die disharmonischen Zwischentöne zu ausschlaggebend. Toll auch Demian Bechir als Ober-Gangster.

Yves Saint Laurent wurde mit gerade mal 21 Jahren Chefdesigner im legendären Pariser Modehaus Christian Dior. Der Film mit Pierre Niney in der Hauptrolle als junger, exzentrischer Modeschöpfer Laurent zeigt in teils eindrucksvollen, bewegenden Bildern, dass eine derartige Karriere auch in den 60ern schon nicht spurlos an einem jungen, sensiblen Ausnahmetalent vorbeiziehen konnte. Ein Film über ein außergewöhnliches Mode-Genie und über die Liebe eines Lebens: nicht nur die zur Mode, sondern auch die zu Laurents Lebensgefährten Pierre Bergé (gespielt von Gauillaume Gallienne).

Johnny Depp im Interview

Star der Sendung ist dieses Mal Johnny Depp. Wir durften dabei sein, als der Hollywood-Megastar zusammen mit Regisseur Wally Pfister in L.A. im kleinen Kreis Fragen zum neuen Science-Fiction Blockbuster Transcendence (startet nächste Woche bei uns im Kino) beantwortet hat. Und als Fernsehtipp der Woche empfehlen wir Euch Samstagabend, 20.15 in ZDF neo "Sinn und Sinnlichkeit" mit Kate Winslet, Emma Thompson, Hugh Grant und Alan Rickman.

Seid Ihr dabei? Eure Meinungen, Fragen, Ideen zur Sendung immer gerne per Email an mail@dradiowissen.de oder über die bekannten sozialen Netzwerke.