Kneipentouren, in eine WG ziehen oder Online-Communities checken – es gibt viele Wege, neue Leute kennenzulernen.

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie "Neu in der Stadt". Alle sieben Folgen findet ihr hier.

Nach ewiger Suche habt ihr endlich eine nette Wohnung gefunden, die letzten Kisten sind ausgepackt, und zuhause ist es eigentlich ganz heimelig. Aber immer nur allein in der Bude sitzen?

Das gehört leider dazu, wenn wir ganz neu in einer Stadt sind und noch überhaupt niemanden kennen. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kristin Mockenhaupt ist schon acht Mal in ihrem Leben umgezogen und weiß, wie man am besten neue Freunde findet.

Wer zum Studieren in eine andere Stadt zieht, sollte auf jeden Fall das Ersti-Programm mitmachen. Da treffen sich dann viele Studierende, die in der gleichen Situation sind. Kontakte knüpfen ist hier extrem einfach, zum Beispiel bei Kneipenabenden oder gemeinsamen Wochenenden.

WG statt eigene Wohnung, um Leute kennenzulernen

Diejenigen, die für einen neuen Job die Stadt wechseln, haben es da schon wesentlich schwerer. Kristin sagt, dass auch arbeitende Menschen möglicherweise Vorteile haben, wenn sie zunächst in eine WG ziehen. Kristin hat zum Beispiel mit Clara gesprochen, die es genau so gemacht hat, als sie nach Essen gezogen ist. Ihr Freund ist dort gleichzeitig auch in eine WG gezogen. Und so hatten beide gleich mehrere Menschen, über die sie neue Leute kennenlernen konnten.

"Mein Freund ist hier auch in eine WG gezogen, dann hab ich die WG auch noch kennengelernt, beziehungsweise das ganze Haus, das ist auch ganz nett."
Clara ist für einen neuen Job nach Essen gezogen

Wer absolut keine Lust hat, sich die Wohnung mit anderen Menschen zu teilen, dem bleibt noch die Option, im Netz nach neuen Bekanntschaften zu suchen. Unsere Reporterin findet die Plattform Spontacts gut – eine Online-Community, die wie eine Kontaktbörse funktioniert und eher auf große Städte ausgelegt ist.

Auch Facebookgruppen funktionieren eher in größeren Städten

Eine weitere Option sind Facebookgruppen, die sich speziell an Menschen richten, die neu in der Stadt sind. Kristin sagt aber, dass für diese Gruppen dasselbe gilt wie für andere Netzwerke: Je kleiner die Stadt, desto geringer ist das Angebot. In Saarbrücken würden diese Gruppen eher wie Ebay-Kleinanzeigen genutzt – also zum Verkaufen und Suchen von Gegenständen.

In Essen wiederum war das anders. Da veranstaltet die Gruppe jede Woche ein Treffen, zu dem nicht nur Zugezogene, sondern auch ein paar gebürtige Essener kommen. "Durch die Gruppe hab ich nicht nur neue Leute kennengelernt, sondern auch einige Kneipen und Bars. Der Stammtisch ist nämlich immer woanders", sagt Kristin.

Untergruppen für Spezialinteressen

Die Facebookgruppe für Zugezogene in Essen hat auch noch diverse Untergruppen, wo sich jede und jeder seine Interessen heraussuchen kann: zum Beispiel Badminton, Lasertag, Gesellschaftsspiele oder Kino.

Kristin hat heute allerdings keine Kontakte mehr zu den Menschen, die sie über die Gruppen kennengelernt hat. Aus dem Freundeskreis kennt sie aber auch andere Beispiele, wo auf diese Weise tatsächlich Freundschaften entstanden sind.

Andere Plattformen und Möglichkeiten, um neue Leute kennenzulernen:

  • Kristin hat noch neue-leute-kennenlernen.de getestet, war aber nicht so begeistert, weil dort für ihre Städte nicht so viel los war.
  • In vielen Städten gibt es inzwischen Nachbarschaftsnetzwerke wie nebenan.de. Je nachdem, wie aktiv die Nachbarn sind, gibt’s da dann auch regelmäßige gemeinsame Treffen.
  • Und dann gibt es natürlich auch immer noch die analoge Art, Menschen zu treffen: über Vereine, Sport oder Parteien.

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie "Neu in der Stadt". Alle sieben Folgen findet ihr hier.