H&M hat seine erste Pride-Kollektion rausgebracht - also Mode, die queere Identitäten feiern sollen. Dafür bekommt der Konzern viel Zuspruch, erntet aber auch Kritik.

Tanktops, T-Shirts, Hoodies, Shorts und Accessoires mit Details in Regenbogenfarben und Aufdrucken wie "Equality", "Love" oder "United" - bei seiner Pride-Kollektion hat sich der Modekonzern vom Look der Hippies und der 70er-Jahre inspirieren lassen.

"Der Juni ist traditionell der Pride Month wegen des Christopher Street Days, der Ende Juni gefeiert wird, um an den ersten großen Aufstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten in der New Yorker Christopher Street am 28. Juni 1969 zu erinnern."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

In Erinnerung an den Aufstand in der Christopher Street feiert die Szene heute quasi den ganzen Juni vor, so Anke - und weiter: "Das tut H&M mit dieser Pride-Kollektion und den Worten: 'H&M glaubt, dass jeder das recht hat, denjenigen zu lieben, den er möchte'. So wird H&M auf der Webseite zitiert."

"Das Ganze spiegelt sich nicht nur in der Mode selbst wieder, sondern auch darin, wie die von H&M inszeniert wird. Die Models sind alle queere Persönlichkeiten."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Werbung für die Kampagne machen unter anderem die Transgender-Popsängerin Kim Petras, Dragqueen Aja, unter anderem bekannt durch die Casting-Show Rupaul's Drag Race oder das schwule Albino-Model Shaun Ross. Auch der deutsche Influencer Riccardo Simonetti, ebenfalls schwul, wirbt für H&M. 

Wie ernst meint es H&M wirklich?

Zehn Prozent der Erlöse aus der Pride-Kollektion würde das Unternehmen an die Free & Equal Kampagne der Vereinten Nationen spenden, die sich gegen die Diskriminierung von homo-, bi-, inter- und transexuellen Menschen einsetzt, so Anke: "Das klingt auf den ersten Blick ganz vorbildlich, wird aber trotzdem auch kontrovers diskutiert."

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Zwar wird die Kampagne in den Sozialen Medien durchaus gefeiert - doch längst nicht jeder kauft H&M die Aufrichtigkeit hinter der Aktion ab, sagt Anke. Kritiker sagen, der Konzern wolle nur sein Image aufpolieren oder es gehe nur darum, eine neue Zielgruppe zu erschließen.

"Manche Leute glauben, dass es H&M nur ums Geld gehe: Die Queers sind eine gute Zielgruppe, mit denen man viel verdienen kann. Eine Frau nennt das ganze sogar Pinkwashing."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

 "Gay Marketing ist ein ziemlich lukratives Feld", sagt Anke. Es gibt sogar Werbeagenturen, die sich nur darauf spezialisiert haben.

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H&M ist nicht der einzige Konzern, der mit so einer Pride-Aktion in Sachen Mode um die Ecke kommt, so Anke. Primark oder Levis haben ebenfalls schon entsprechende Kollektionen rausgebraucht und auch einen Teil der Verkaufserlöse gespendet. "Denen könnte man im Prinzip das gleiche unterstellen", so unsere Reporterin.

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