Vor allem in den afrikanischen Ländern Malawi, Ghana und Kenia ist die Infektionskrankheit Malaria ein großes Problem – besonders bei Kindern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mit einem neuen Impfstoff einen ersten Pilotversuch gestartet. Bis 2022 sollen jedes Jahr 360.000 Kinder mit dem Impfstoff versorgt werden.

90 Prozent aller Malaria-Erkrankungen kommen auf dem afrikanischen Kontinent vor

Drei Jahrzehnte wurde geforscht, jetzt wird der neue Impfstoff zum ersten Mal eingesetzt. Dafür hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Länder Malawi, Kenia und Ghana ausgewählt. Denn diese drei Länder sind stark von Malaria-Erkrankungen betroffen. Gleichzeitig gibt es in diesen Ländern eine gute Infrastruktur. Die WHO hofft daher, dass Eltern ihre Kinder zu allen vier Impf-Etappen bringen werden.

In Malawi, Kenia und Ghana versuchen die Menschen bisher auf andere Weise, gegen die Infektionskrankheit vorzubeugen: In vielen Teilen sind zum Beispiel Moskitonetze weit verbreitet, die mit Insektiziden imprägniert sind.

"Jeder kennt wirklich irgendjemanden, der an Malaria gestorben ist."
Jana Genth, ARD-Korrespondentin für Südafrika

Die Hoffnung ist groß, aber ein hundertprozentiger Schutz kann nicht garantiert werden: In einer klinischen Studie wurde der Impfstoff bereits 15.000 Kinder verabreicht, sie war allerdings nicht so effektiv wie erwartet – nur vier von zehn Kindern konnten vor Malaria geschützt werden. Trotzdem seien die Menschen in den beteiligten Ländern und die WHO zuversichtlich: Sie gehen davon aus, dass ihre Kinder durch die Impfung besser geschützt seien, sagt Jana Genth.

"Die Krankheit ist eine der tödlichsten Infektionen überhaupt, obwohl sie heilbar ist. Das ist das völlig Verrückte."
Jana Genth, ARD-Korrespondentin für Südafrika

In Afrika sterben jedes Jahr rund 250.000 Kinder an Malaria, oft sind sie jünger als fünf Jahre. Die Hoffnung der WHO: Erkranken die Kinder erst später an Malaria, sind sie widerstandsfähiger gegen die Krankheit und haben mehr Antikörper im Blut. Laut Jana Genth, sind die Menschen in den betroffenen Gebieten aufgrund der langen Forschungszeit nach einem Impfstoff relativ aufgeschlossen und setzen große Hoffnung in die Impfung.