Der erste Tag im neuen Job kann aufregend sein. Besonders entscheidend ist dann Feingefühl, erklärt Karrierebibel-Chefredakteur Jochen Mai. Als neues Teammitglied gilt es: Fragen stellen und offen sein, statt auf Selbstprofilierung zu setzen.

Das Bewerbungsgespräch war erfolgreich, der Arbeitsvertrag ist unterzeichnet und jetzt steht Tag eins im neuen Job an. Der erste Eindruck zählt, geht aber über das Pünktlichsein hinaus. In einem neuen Arbeitsumfeld ist es gerade am Anfang wichtig, durch das Zeigen von Engagement und Interesse aufzufallen, erklärt Jochen Mai, Chefredakteur von "Karrierebibel".

Fragen, fragen, fragen

Als neues Teammitglied solltet ihr also vor allem interessiert Fragen stellen: Wie geht das? Warum ist das so? Was kann ich machen? Und im Anschluss Notizen machen. Den neuen Kollegen und Vorgesetzten zeigt ihr damit, dass der Job an erster Stelle steht und ihr fokussiert seid, erklärt er.

"Der Tenor muss sein: Ich bin wahnsinnig engagiert, ich bin voll bei der Sache und ich stelle viele Fragen, weil ich diesen Job richtig gut machen möchte."
Jochen Mai, Chefredakteur von "Karrierebibel"

Der Notizblock sei auch dann nützlich, um sich die Namen der neuen Kolleginnen und Kollegen nach ihrer Vorstellung aufzuschreiben. Solltet hingegen ihr aufgefordert werden, euch selbst vorzustellen, sei es ratsam, knackig auf den Punkt zu kommen.

Der Tipp von Jochen Mai: Übt schon vor dem ersten Tag im Büro an einer kurzen Vorstellung über euch. In etwa fünf bis maximal sechs Sätzen solltet ihr euren Namen, das Alter und euren beruflichen Hintergrund nennen als auch einen Grund, warum ihr euch auf die Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen freut, sagt der Karriereexperte. Das sorge für Sympathie.

Teamgeist zeigen, beobachten und Fragen stellen

Kommt es einmal zum Leerlauf zwischen Aufgaben, ist der Blick auf das Smartphone ein No-Go, so Jochen Mai. Besonders am ersten Tag solle das ausgestellt sein. Er rät in solchen Fällen stattdessen dazu, erneut Engagement zu zeigen und Aufgaben zu erledigen, die über euren eigentlichen Arbeitsbereich hinausgehen. Das bedeutet: Ihr könnt Gemeinschaftsräume wie Teeküchen checken und gegebenenfalls selbstständig die Spülmaschine einräumen oder eine neue Kanne Kaffee aufsetzen. So habt ihr die Chance, abseits des Schreibtisches mit anderen Teammitglieder ins Gespräch zu kommen.

"Es gilt zu zeigen: Ich bin für das Team da und engagiere mich auch über den Job hinaus."
Jochen Mai, Chefredakteur von "Karrierebibel"

Für die erste Zeit braucht es daher Feingefühl, um die Stimmung im Büro zu beobachten und zu zuhören, so der Karriereexperte. "Ich würde mir mindestens zwei bis vier Wochen Zeit geben, um genau zu beobachten, wie die Strukturen und die geheimen Spielregeln auf der Arbeit laufen. So weiß man, mit wem man sich besser gut stellen sollte und wer wichtig ist", sagt er. Ist es zum Beispiel Zeit für die Mittagspause, sei auch hier fragen entscheidend, so der Karriereexperte, um sich den Kollegen anzuschließen.

Fehler am Anfang besser als später

Es gilt also, durch interessiertes Fragen aufzufallen, statt mit eigenem Wissen zu wetteifern. Und: Fehler zu machen ist erlaubt. "Am Anfang gilt der Welpenschutz", sagt er.