In New York werden Kandidaten für den wichtigsten Posten der Welt angehört: Es geht um den Nachfolger oder vielleicht, zum ersten Mal überhaupt, die Nachfolgerin von Ban Ki Moon als UN-Generalsekretär. Er gibt Ende des Jahres sein Amt auf.

Insgesamt acht Kandidaten und Kandidatinnen haben sich für den Posten des UN-Chefs beworben - vier Frauen und vier Männer. Sechs von ihnen kommen aus Osteuropa. Drei von ihnen haben die besten Chancen, das Rennen in New York zu machen:

Warum das so ist, erklärt uns Christian Stock, der an der Uni Halle zu den Vereinten Nationen forscht. Da ist zum einen die ungeschriebene Regel, dass jede Weltregion irgendwann dran sein muss. Und darum spricht einiges für Osteuropa. Und dann ist da natürlich noch der Wunsch, endlich eine Frau auf dem wichtigsten Posten bei den Vereinten Nationen zu sehen. Hier machen vor allem die westlichen Staaten Druck. Russland steht eher auf der Bremse.

Ganz wichtig ist aber natürlich noch die Persönlichkeit der Kandidatin oder des Kandidaten. Hier geht es um Renommee - darum, was der Kandidat bisher erreicht hat. Und deshalb kommen bei den Tipps von Christian Stock auch nur ehemalige Regierungschefs infrage. Ein großes Thema ist aber auch, wie gut ein Kandidat im UN-System verwurzelt ist. Will man ein ehemaliges Staatsoberhaupt mit Führungsqualitäten oder einen Manager, der das UN-System kennt?

Unterstützung der mächtigen Staaten

Dann stehen viele Kandidaten aber auch für ein bestimmtes Thema. Hier kann die ehemalige neuseeländische Regierungschefin Helen Clark punkten: Sie war Leiterin des UN-Entwicklungsprogramms und hat die Nachhaltigkeitsziele der UN maßgeblich mit beeinflusst. Am allerwichtigsten ist aber, welcher Kandidat auf die Unterstützung der mächtigen Staaten bauen kann. Also der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates und hier vor allem Russlands und der USA.

Eher Sekretärin als Generalin

Wer all das in Rechnung stellt, muss also Helen Clark gute Chancen ausrechnen. Auch weil sie sehr gute Beziehungen zu China hat, das ist ein Punkt, der aufwiegen könnte, dass sie nicht aus Osteuropa stammt. Viel wichtiger ist sowieso: Die Vereinten Nationen brauchen im Augenblick eher eine Sekretärin als eine Generalin. Es geht darum, die UN zu managen. Auch weil die Staaten die Dinge gerade lieber selbst in die Hand nehmen.