Neurobiologen der Universität Harvard und Yale haben ein Experiment mit drei Rhesusaffen durchgeführt. Die Forscher zeigten den Affen auf einem Touchscreen einfache Rechenaufgaben – erst ganz leichte und dann immer anspruchsvollere.

Zunächst sahen die Affen Punkte auf dem Bildschirm. Mal waren auf der linken Bildschirmhälfte mehr Punkte als rechts. Sobald die Affen eine Seite ausgewählt hatten, bekamen sie so viele Tropfen einer wohlschmeckenden Flüssigkeit, wie Punkte auf der ausgewählten Seite zu sehen waren. Über dieses Belohnungssystem haben die Affen gelernt, wo mehr Punkte waren, gab es mehr Tropfen.

Tröpfchen für Tröpfchen zum Ergebnis

In einer weiteren Stufe tauschten die Wissenschaftler die Punkte durch Symbole aus. Insgesamt waren es 26 Symbolen bestehend aus den Ziffern 0 bis 9 und verschiedenen Großbuchstaben aus dem Alphabet. Die Affen haben gelernt, dass die Symbole alle einen unterschiedlichen Wert haben, dass also zum Beispiel 9 einen höherer Wert als 3 hat. Die Wissenschaftler haben den Affen dann auf dem Bildschirm eine Hälfte mit der Aufgabe "3+3" und auf der anderen Seite "9" gezeigt. Und die Affen haben sich tatsächlich für den höheren Wert entschieden.

Neue Erkenntnisse für Neurowissenschaftler

In Stufe drei wurden die Symbole durch ganz andere ausgetauscht. Und selbst mit diesen neuen Symbolen konnten die Affen die Aufgaben richtig lösen.

Ziel der Untersuchung war aber nicht nur herauszufinden, ob Affen rechnen können, sondern auch wie sie das tun, wie ihr Gehirn mit Zahlenwerten umgeht. Neue Erkenntnisse haben die Forscher vor allem dadurch gewonnen, dass sich die Affen ab und zu auch mal verrechnet haben.