Die ganze Woche über beschäftigen wir uns mit unserer Rente. Hier klären wir erstmal: Wie ist eigentlich der Stand der Dinge?

Dass es generell eine gesetzliche Rente auch in Zukunft geben wird, gilt als sicher, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Katja Scherer. Unsicher dagegen ist, wie viele Menschen sie wie gut finanzieren wird.

Da die gesetzliche Rente auf dem Umlagesystem basiert, gibt es Unsicherheitsfaktoren:

  • Es wird damit gerechnet, dass wir zukünftig noch häufiger den Job wechseln. Dadurch könnte unregelmäßiger Geld in die Rentenkasse fließen.
  • Ab 2030 gehen viele Menschen in Rente - die sogenannten Babyboomer.
  • Wir leben länger. Das heißt: Die Rentenbezugsdauer wird ebenfalls steigen.

Das alles könnte zur Folge haben, dass die Menschen, die ab 2030 in Rente gehen, deutlich weniger Geld bekommen als heutige Rentner. Alleine 2015 konnten drei Prozent der Über-65-Jährigen nicht von der Rente leben. Sie brauchten eine Grundsicherung.

Frauen besonders häufig von Altersarmut betroffen

Bis 2036 könnte der Anteil der von Armut betroffenen Rentner auf über 20 Prozent steigen, errechneten Ökonomen im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

Besonders kritisch könnte es für diejenigen werden, die lange Erwerbsunterbrechungen hatten und nicht im Berufsleben waren, zum Beispiel weil sie sich um die Familie gekümmert haben, was am häufigsten auf Frauen zutrifft.

Dazu kommen weitere Gruppen, die von Altersarmut gefährdet sind:

  • Langzeitarbeitslose oder Menschen, die sehr wenig verdienen und viel in Aushilfsjobs arbeiten
  • Menschen, die wegen einer Krankheit nicht mehr arbeiten können

Normalerweise gibt es für solche Fälle eine sogenannte Erwerbsminderungsrente. Die betroffenen Menschen bekommen in diesem Fall eine Rente, als hätten sie bis zum 62. Lebensjahr mit vollem Gehalt weitergearbeitet. Laut Stiftung Warentest wird aktuell aber nur jeder zweite Antrag genehmigt.

Länger arbeiten, weniger Rente

Politisch werden in der Regel dieselben oder ähnliche Ideen verfolgt, die Rente zu reformieren: Wir müssen länger arbeiten, höhere Beiträge zahlen, in Zukunft mit weniger Geld zurechtkommen. Forscher wie Gerd Bosbach weisen darauf hin, dass diese Forderungen dank der seit Jahrzehnten gestiegenen Produktivität nicht alternativlos sind.