Auch Maschinen, die Texte schreiben, können Probleme machen. Das hat das Newsportal Cnet gerade erfahren müssen und die Zusammenarbeit mit der Künstlichen Intelligenz erst mal eingestellt.

Beim US-Nachrichtenportal Cnet war seit November 2022 eine Künstliche Intelligenz im Einsatz und hat Texte verfasst. Damit ist erstmal Schluss. Das Portal will vorerst keine Texte veröffentlichen, die das KI-System angefertigt hat.

Die Texte waren aus dem Bereich der Finanzmarktberichterstattung und wurden von menschlichen Redakteuren vor der Veröffentlichung kontrolliert.

"Das waren seit Beginn des Experiments im November mindestens 75 Artikel. Die waren zunächst alle mit der Autorenangabe 'Cnet Money Staff' gekennzeichnet"
Michael Gessat, Deutschlandfunk-Nova Netzreporter

Neben dieser selbst entwickelten KI für Texte nutzt CNET auch noch andere Software, um bestimmte Informationen – Börsenwerte beispielsweise – automatisch in Artikel einzufügen.

KI als Problem

Für Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat ergeben sich aus der Arbeit mit einer schreibenden KI ein paar Fragen - zum Beispiel, ob eine künstliche Intelligenz überhaupt Urheber sein kann: Wer hat die juristische Verantwortung? Und: Wie wird gewährleistet, dass die Artikel korrekt sind? Denn eine KI ist nicht fehlerfrei.

Aber es gibt Unterschiede: Einfache Börsen- oder Sportberichte oder allgemeine Ratgebertexten ließen sich auch heute schon mit Hilfe Künstlicher Intelligenz anfertigen. Komplexere, analytische, originelle oder argumentierende Texte, könne eine KI bislang noch nicht produzieren.

"Einstweilen ist auf jeden Fall Transparenz angesagt – wenn man eine KI etwas schreiben lässt, sollte man das kenntlich machen."
Michael Gessat, Deutschlandfunk-Nova Netzreporter
  • Moderation:  Till Haase
  • Gesprächspartner:  Michael Gessat, Deutschlandfunk-Nova-Reporter