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Mit 14 trampt Nic das erste mal von München nach Berlin. Danach ist sie angefixt. Immer wieder trampt sie durch Europa. Und irgendwann macht sie sich schließlich auf, um per Anhalter von London nach Byron Bay in Australien zu reisen.

Unterwegs arbeitet sie auf einer Husky-Farm, sieht die Polarlichter und lebt auf einer Insel das "perfekte Leben". Im Weltempfänger erzählt Nic Jordan, wie sie zum Trampen kam, in welchem Land man am schnellsten mitgenommen wird und warum Reisen kein Heilmittel für Rastlosigkeit ist.

Die Leute nehmen einen gerne mit, wenn die eigenen Klamotten einigermaßen sauber sind, sagt Nic. Gut sei es außerdem, von öffentlichen Plätzen zu trampen, etwa von großen Raststätten. Dort kann man mit den Menschen, die einen potentiell mitnehmen würden, nämlich erstmal ein bisschen ins Gespräch kommen.

An großen Plätzen zusteigen

Die Fahrerinnnen und Fahrer sehen einen dann weniger als Bedrohung, erzählt sie im Weltempfänger-Interview. Und natürlich ist das auch gut für die Trampenden selbst: Sie wissen dann besser, in welches Auto sie einsteigen. Nic selbst hat eine Art Hierarchie, sagt sie: Ihr Bauchgefühl ist besser, wenn sie zu Frauen, Familien oder Pärchen ins Auto steigt.

"Manchmal hatte ich auch ein Schild in der Hand und stand an der Straße. Meistens bin ich aber an großen Raststätten zugestiegen. Da konnte ich mir besser aussuchen, wo ich einsteige."
Nic Jordan, Weltreisende per Anhalter

Ältere Männer oder Brummifahrer seien eher hinten positioniert in ihrer Rangliste. Lustigerweise seien aber gerade einige von diesen Fahrten, vor allem die Fahrten mit russischen Truckern, die lustigsten von allen – obwohl genau das ja die Stereotype sind, wo viele Leute sagen würden: Da fahr ich jetzt lieber nicht mit.

Wichtig sei es, sich aufs Bauchgefühl zu verlassen: Wie reden die Fahrerinnen und Fahrer mit einem und wie gehen sie mit einem um? Die Kommunikation findet dann meistens auf Englisch, mit Übersetzungsapps oder mit Händen und Füßen statt, erzählt Nic.

Am allerbesten klappe das Trampen in Australien, sagt sie. Sehr schwierig sei es dagegen in Spanien, was sie so nicht erwartet hätte. Niemand habe dort angehalten. Sie sei bereits etwa 20 Mal durch Spanien getrampt, und mehr als einmal habe sie fünf bis sechs Stunden an einer Stelle gewartet. Woran das genau liegt, kann sie sich nicht erklären. Frankreich dagegen oder Osteuropa seien viel entspannter.

"In Australien stehst du maximal drei Minuten an der Straße, da nimmt dich schon jemand mit. Meistens jedenfalls."
Nic Jordan, Weltreisende per Anhalter

Die Polarlichter in Skandinavien, ihr Aufenthalt auf einer thailändischen Insel und ihre Ankunft in China (das große Bild oben zeigt sie auf der chinesischen Mauer) seien drei ihrer absoluten Highlights gewesen, hat uns Nic erzählt. Doch das sind nur einige. Wenn ihr noch mehr wissen möchtet: Über ihre Erfahrungen hat Nic auch ein Buch geschrieben: "AWay. Wie ich nichts mehr zu verlieren hatte und per Anhalter von London nach Australien reiste".