Mit sieben Jahren mussten Nilofar und ihre Cousine Nazli ihre damalige Heimat Aserbaidschan verlassen. Nilo kam nach Schweden, Nazli nach Deutschland. Heute leben sie in derselben Stadt. Die Geschichte zweier Flüchtlingskinder.

Unsere Autorin Nilofar Elhami und ihre Cousine Nazli sind im Iran geboren. Heute leben sie beide in Köln und sehen sich jede Woche. Das kann man Zufall nennen oder Schicksal oder Fügung. Jedenfalls ist es keine Selbstverständlichkeit, denn als Nilo und Nazli sieben Jahre alt sind, trennen sich ihre Wege. Zu dieser Zeit leben sie in Baku in Aserbaidschan.

Es ist das Jahr 1990, und die Sowjetunion löst sich auf. Die Eltern von Nilo und Nazli beschließen, das Land zu verlassen. Nazlis Familie schafft es nach Deutschland. Nilos Eltern müssen warten und bekommen den Tipp, es in Deutschland besser nicht mehr zu versuchen. Hier sei es überfüllt und Ausländer nicht sonderlich willkommen. Also reist Nilos Familie nach Schweden.

"Sie war ein Engel"

Das alles ist einfacher gelesen als es wirklich war. Nilos Familie muss es immer wieder versuchen, wird immer wieder an der Ausreise gehindert. Irgendwann versucht es Nilos Vater alleine. Das funktioniert. Und seine Familie bleibt allein zurück in Baku. Der Plan: Er beantragt Asyl und holt die Familie mit legalen Papieren nach. Das dauert ein ganzes Jahr, aber es funktioniert.

Nilo und Nazli, zwei Cousinen im Alter von sieben - die eine kommt nach Deutschland, die andere nach Schweden. Die eine erlebt in den ersten Wochen und Monaten Ablehnung, Ausgrenzung und verdreckte Sanitäranlagen. Die andere hat eine Lehrerin, die sie heute als "Engel" bezeichnet.

Das hier ist die Geschichte zweier Flüchtlingskinder.