Große Gesten in Nordirland: Queen Elizabeth und Prince Philip besuchen Nordirland und werden dort Martin McGuinness treffen.McGuinness ist heute Minister - und war einst Mitglied der IRA-Führung.

Seit 1998 gibt es in Nordirland einen Waffenstillstand. Vor sieben Jahren hat die britische Armee ihren Einsatz im Land beendet. Heute haben ehemalige IRA-Kämpfer wie Martin McGuinness kein Problem damit, der Queen die Hand zu schütteln. Bis heute haben ehemalige IRA-Mitglieder wichtige Posten in der Gesellschaft inne. "Die IRA war immer Teil der Bevölkerung, das waren die Jungs von nebenan. Die wurden geschützt von der katholischen Bevölkerung", erklärt der Konfliktforscher Nils Zurawski.

"Was in den letzten 16 Jahren hier stattgefunden hat, ist eine Annäherung. Ich weiß nicht, ob man von einem gegenseitigen Verzeihen sprechen kann."
Nils Zurawski, Konfliktforscher an der Universität Hamburg

"Der Friedensprozess in Nordirland ist ein Erfolg", sagt Zurawski. Zwar gebe es noch immer Dissidenten wie die "Real IRA", die auch für Attentate in der jüngsten Zeit verantwortlich sind, doch einen entscheidenden Einfluss haben diese Gruppen nicht mehr. "Jedes friedliche Jahr hat den Frieden verstärkt", erklärt Zurawski.