Christian lebt und arbeitet in Shanghai. Vor drei Jahren war er zum ersten Mal in Nordkorea. Seitdem reist er regelmäßig quer durchs Land, unterhält sich mit Menschen, macht Fotos und sammelt Eindrücke.

"Über die normalen Leute in Nordkorea wissen wir eigentlich nichts."
Christian Petersen-Clausen, Fotograf

Als Tourist nach Nordkorea zu reisen, sei gar nicht so schwer, sagt Christian. Die Nordkoreaner seien nämlich sehr interessiert an ausländischen Devisen und würden dementsprechend die Tourismusbranche fördern.

Kontrolliert von oben

Nordkorea sei definitiv ein von der Obrigkeit kontrollierter Staat. Die Leute verhielten sich anders, als sie sich in einer freien Demokratie verhalten würden, erzählt Christian. Sie hätten zum Beispiel Angst davor, abgehört zu werden.

"Mich hat das auch ein bisschen an Deutschland vor der Wende erinnert."
Christian Petersen-Clausen

Am meisten überrascht habe Christian, dass die Nordkoreaner nicht "alle so arm sind, wie wir uns das hier vielleicht vorstellen". Bilder von Hungersnöten, Flutkatastrophen und Stromausfällen seien in unseren Köpfen verankert. 

"Wir stellen uns hier vor, dass die alle mit aufgeblähten Bäuchen rumlaufen. Das ist nicht der Fall."
Christian Petersen-Clausen

Man sehe auch dicke Leute hier, was man ja vielleicht in so einem armen Land eher nicht erwarten würde. Nicht nur in den Städten, auch die Versorgung auf dem Land sei in der Regel gesichert, berichtet Christian.

Freizeitspaß in Pjöngjang

In der Hauptstadt sehe man zudem Leute, die entspannt ihre Freizeit verbringen, die mit Handys telefonieren oder ihren kleinen Hund ausführen.

"Manche Menschen in Pjöngjang haben ganz normale Statussymbole der Mittelklasse."
Christian Petersen-Clausen

Als Ausländer werde man in Nordkorea aber schon noch häufig angeschaut, als käme man vom Mars, sagt Christian. Die Nordkoreaner seien eher zurückhaltend, mit ihnen locker ins Gespräch zu kommen, sei nicht einfach. Christian hat aber mit einigen Touristenführern gesprochen. 

"Ein Guide erzählte mir, er wünsche sich ein wiedervereinigtes Korea, so wie das wiedervereinigte Deutschland auch wäre."
Christian Petersen-Clausen

Der Guide ging allerdings davon aus, dass der Osten Deutschlands nach wie vor kommunistisch und der Westen kapitalistisch organisiert sei. Er sei sehr überrascht gewesen, als Christian ihn aufgeklärt hat.