"Brandungsrückstrom" oder "Rippstrom"– so nennt man Strömungen an Küsten, die immer wieder für Badeunfälle sorgen. An der niederländischen Nordsee gab es deswegen jüngst wieder zwei Tote. Was wir tun können, wenn wir in eine so gefährliche Strömung geraten, weiß Rettungsschwimmer Carsten Rosenberg.

Wellen rollen vom offenen Meer heran und brechen im flacheren Wasser – vermutlich hat das jeder von uns schon einmal gesehen. Durch die Brandung staut sich das Wasser auf, es entsteht ein Überdruck und das Wasser fließt zurück.

Manchmal gibt es Stellen im Untergrund, die den Rückfluss des Wassers erleichtern - zum Beispiel, wenn eine Sandbank unterbrochen ist. An diesen Stellen kann das Wasser schneller zurückfließen und es entsteht ein Sog. Dieser Sog ist der "Brandungsrückstrom" oder "Ripstrom" – er kann sehr stark sein und ist deshalb sehr gefährlich. Selbst geübte Schwimmer kann er ins offene Meer mitreißen.

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An gesichterten Stränden können wir auf die Flaggen achten, die uns anzeigen, ob der Strandabschnitt ungefährlich ist. Eine gelbe Flagge bedeutet: Die Bedingungen können gefährlich sein. Rot zeigt eine akute Gefahrenlage an.

An ungesicherten Stränden sollten wir nicht dort schwimmen, wo Bauwerke im Wasser stehen, Wasserbrecher oder Buhnen im Wasser sind, denn sie können solche Strömungen auslösen, weiß Rettungsschwimmer Carsten Rosenberg.

"Du guckst dir tatsächlich die Welle an, die bricht. Normalerweise bricht die ja sehr gleichmäßig. Und wenn ich sehe, dass die an einer Stelle nicht bricht oder nicht sauber bricht, dann kann ich sehen, dass da eine Strömung rausführt."
Carsten Rosenberg von der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft

Auch vom Strand aus können wir erkennen, ob Strömungen ins Wasser führen. Das Wasser erscheint an der Stelle eines Brandungsrückstroms manchmal dunkler, die Welle bricht an dieser Stelle nicht. Trotzdem sind diese Strömungen für Laien unter Umständen schwierig zu erkennen.

Nicht gegen die Strömung anschwimmen

Sollten wir in eine Strömung geraten, die uns vom Strand hinaus ins Meer zieht, lautet die Regel: Nie gegen die Strömung anschwimmen! Carsten Rosenberg von der DLRG empfiehlt, sich mittreiben zu lassen. Denn auch starke Schwimmer würden schnell ermüden und womöglich ertrinken, die Strömung ist nämlich zu stark.

"Man muss ja nicht mal Kraft aufwenden. Man könnte sich ja zum Beispiel auf den Rücken legen und mit den Beinen voran treiben."
Carsten Rosenberg von der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft

Wenn die Strömung nachlässt, können wir seitlich herausschwimmen und dann zurück zum Strand, erklärt der Rettungsschwimmer.

Brandungsrückströme kommen an Nordseestränden vor, auch auf den
Nordseeinseln. Noch stärker sind sie aber beispielsweise an berühmten Surferstränden wie dem Bondi Beach in Sydney oder auf Hawaii.

Unterströmung zieht uns die Beine weg

An der Ostsee gibt es das Phänomen auch, häufiger kommt es dort aber zu sogenannten Unterströmungen: Das heißt, Wassermassen, die gegen Sandbänke oder den Strand geschleudert werden, fließen mit großer Kraft wieder zurück. Auch das kann für schlechte Schwimmer gefährlich werden, denn die Strömung ist kaum sichtbar und reißt auch Erwachsenen die Beine weg.

Wichtig ist übrigens zu wissen: Ertrinkende Menschen schreien nicht, man erkennt sie eher dadurch, dass sie scheinbar auf der Stelle schwimmen oder dass die Augen weit aufgerissen sind. Dann unbedingt die 112 anrufen oder Hilfe holen. Auf keinen Fall sollten wir uns bei einem waghalsigen Rettungsversuch selbst in Gefahr bringen.