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Puh, immer diese Cookie-Banner! Was macht ihr damit? Klickt ihr einfach auf "Alle akzeptieren" oder erlaubt ihr immer nur, was unbedingt nötig ist? Die Datenschutzorganisation Noyb möchte, dass das alles einfacher wird, und hat einen Vorschlag gemacht, wie das funktionieren könnte: über eine Browsererweiterung.

Vor zwei Wochen haben wir über die Beschwerdewelle der Datenschutzorganisation Noyb berichtet. Die Datenschutzorganisation von Max Schrems kritisiert, dass wir täglich diverse Male dazu verleitet werden, diese leidigen Cookie-Banner einfach wegzuklicken. Dadurch würden wir quasi automatisch dazu getrieben, alle Cookies zu akzeptieren, obwohl wir das vielleicht gar nicht wollen.

Noyb hat ein automatisches System entwickelt, das Beschwerden rausschickt und den entsprechenden Websitebetreibern sagt: So geht es nicht, das ist nicht Datenschutz-konform, macht es bitte besser. Etwa, indem im Cookie-Banner von Anfang an groß und prominent die Antworten "Cookies ablehnen" und "Cookies akzeptieren" platziert werden. Momentan lassen sich die Cookies zwar mit einem Klick akzeptieren – wer sie ablehnen möchte, muss oft aber mindestens zweimal oder noch häufiger klicken.

Cookies: Einmal für alle

Jetzt hat sich die Datenschutzorganisation erneut gemeldet – mit einer konsequenten Fortführung des damaligen Vorschlags, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Konstantin Köhler. Nach wie vor soll jede Userin und jeder User selbst auswählen können, welche Cookies sie oder er akzeptieren möchte und welche nicht. Das Neue: Diese Entscheidung soll nur noch einmal getroffen werden müssen und dann für alle Websites gelten.

"Der Vorschlag von Noyb: Die Entscheidung, welche Cookies ich akzeptieren möchte und welche nicht, soll nicht mehr jedes Mal für jede einzelne Website gemacht werden müssen."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Technisch soll das über eine Browsererweiterung funktionieren: Die einzelnen Websites würden dann sozusagen alles, was mit Cookies zu tun hat, an diese Erweiterung abgeben. Die Nutzerinnen und Nutzer könnten darüber dann alles regeln. Das hätte gleich mehrere Vorteile:

  1. Die Cookie-Abfrage sieht immer gleich aus (anders als das aktuell der Fall ist) – wir könnten also eine Art Routine entwickeln und müssten nicht jedes Mal neu gucken und entscheiden.
  2. Wir könnten mehrere Webseiten zusammenfassen, also einmal eine Cookie-Entscheidung treffen, die dann für 10, 100 oder 1000 Websites gilt. Auch themenbezogene Entscheidungen wären möglich – also etwa, dass wir nur Cookies von Medien-Seiten akzeptieren.
  3. Wir könnten Zeiten einstellen, also zum Beispiel: Speichere meine Cookie-Entscheidung für drei Monate (und frag mich bis dahin nicht mehr!).

Wahrscheinlich nur mit politischem Druck umsetzbar

Die Grundidee klingt erstmal super einleuchtend und sinnvoll, sagt Konstantin Köhler. Ob sie aber jemals auch so zur Praxis werde, sei noch sehr unsicher. Denn wenn die Politik eine solche Regelung nicht per Zwang durchsetze, dann beruhe die Umsetzung auf Freiwilligkeit. Dass die Mehrheit der Webseitenbetreiber freiwillig dabei mitmacht, ist aber durchaus fraglich. Denn wahrscheinlich würden dann am Ende weniger Menschen alle Cookies akzeptieren. Und dadurch würden den Seitenbetreibern womöglich Werbegelder verloren gehen.

Unser Netzreporter ist auf jeden Fall dafür, eine wie von Noyb vorgeschlagene Browsererweiterung politisch zur Pflicht zur machen. Denn wie das zurzeit mit den Cookies geregelt ist, sei die denkbar schlechteste Variante.