Autonome Fahrzeuge sollen für das Transportunternehmen Fedex Waren transportieren. In den USA wird das bereits getestet, Fahrerinnen und Fahrer sind hier nicht mehr nötig.

Täglich fahren gleich mehrere Transporter durch die Straßen, UPS, DHL, Hermes, DPD, Fedex und so weiter. Die Fahrerinnen und Fahrer müssen täglich zahllose Pakete ausliefern, an Türen klingeln, Treppen steigen. Kurz: ein Knochenjob. Für den Paketdienst ist Fedex aber ein Auslaufmodell.

Nuro R2 bringt Pakete und Pizza

Der Lieferdienest erprobt gerade, ob man die Warenzustellung nicht besser mit autonom fahrenden Robotern erledigen kann und ist dafür eine Partnerschaft mit dem Roboter-Hersteller Nuro eingegangen. Nuro hat ein autonomes Zustellfahrzeug entwickelt: Der Nuro R2 soll die die Fahrerinnen und Fahrer ersetzen.

Für andere Unternehmen funktioniert das bereits. Kürzlich erhielt das der R2-Pod die erste Ausnahmegenehmigung für autonome Fahrzeuge in den USA, dort testen zum Beispiel Walmart und Domino's Pizza den Nuro R2. Wer dort etwas bestellt hat, kann auf einer App genau verfolgen, wo sich der Transportroboter befindet. "Wenn er dann bei dir in der Straße ist, kannst du runtergehen und dir dein Paket abholen", erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Martina Schulte.

"Der Nuro R2 kommt nicht hoch in den zweiten Stock. Diese rosigen Zeiten wären für Kundinnen und Kunden vorbei."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

40 km/h schafft er und kann bis zu 190 Kilogramm tragen. Der R2 hat mehrere Fächer. Die können einzeln mit einem Abholcode geöffnet werden. Die Zeiten, in denen das Paket oder die Pizza in den zweiten oder dritten Stock getragen wird, wären hier also vorbei.

Optisch ist der Nuro R2 irgendwie knuffig, sagt Martina Schulte: "Er sieht so aus wie ein kleiner weißer, futuremäßiger Lieferwagen in einem Kinderkarussel." Er ist kleiner als die meisten Erwachsenen, 2,40 Meter lang, 1,10 Meter schmal, kugelig und mit einem Lidar oben auf dem Dach zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung. Dazu kommen 360-Grad-Kameras, Kurz- und Langstreckenradars und Ultraschallsensoren.

Das ist eine ganze Menge Technik, mit der Fahrerinnen und Fahrer ersetzt werden sollen – damit kann Geld gespart werden. "Das ist auf jeden Fall ein Grund, der so eine autonomen Lieferroboter für Fedex extrem interessant macht", sagt Martina Schulte.

"Hermes hatte kleinere Lieferrobos in Hamburg getestet und als unrentabel verworfen. Denn die Dinger brauchten einfach noch zu viel menschliche Hilfe."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Aber es gibt noch mehr Gründe: Zum einen nehmen die Online-Lieferungen ständig zu, die Lieferunternehmen kommen da kaum hinterher. Und Stichwort Umweltbilanz: "So ein voll autonomer elektrischer Robo pustet auch kein CO2 in die Luft", sagt Martina Schulte. "Man kann trotzdem gespannt sein, ob und wann der R2 in den Masseneinsatz kommt." Bisher haben schon viele Lieferdienste solche Roboter getestet, aber großflächig durchgesetzt hat sich das noch nicht.