Seit 2013 haben bisher unbekannte Diebe Mandeln, Pistazien und Walnüsse im Wert von rund zehn Millionen Dollar geklaut.

Juwelen, Fahrräder, Kupferleitungen kennen wir als beliebtes Diebesgut. Aber Walnüsse? Mandeln? Pistazien? In Kalifornien stehlen Diebe seit einigen Jahren Nüsse. Natürlich nicht einzeln und auch nicht tütenweise, sondern wir sprechen von ganzen Truck-Ladungen. Denn mit so einem Laster voll Nüsse lassen sich rund 350.000 Dollar verdienen. 

Seit 2013 ist der Nussklau in Kalifornien immer beliebter geworden. 35 Nusslieferungen sind seitdem verschwunden und keiner weiß wohin. Der Schaden wird auf mindestens zehn Millionen Dollar geschätzt.

Die Diebe weisen sich als Trucker aus

Der Ablauf eines Nussdiebstahls läuft immer ähnlich ab. Die Täter lassen sich gefälschte Papiere ausstellen, dann besorgen sie sich einen Truck und rüsten den auch so aus, dass er aussieht, als würden sie in Auftrag einer offiziellen Transportfirma arbeiten. Über einen Hack in Computersystemen verschaffen sie sich vermutlich eine Übersicht über anstehende Lieferungen und holen die Ware dann ganz offiziell ab.

"Diese Bestellung liegt vor. Und dann ist das abgehakt. Die Ware wird verladen und der Lkw verschwindet auf Nimmerwiedersehen."
Nicole Markwald, Korrespondentin in Los Angeles

Ermittler gehen davon aus, dass der Nussklau auf das Konto der Armenischen Mafiaorganisation Armenia Power geht. Denn die ist dafür bekannt, dass sie Diebstähle in ganz großem Stil durchzieht. Früher hatte die Organisation sich mal auf Benzintrucks spezialisiert und ein anderes Mal ging es um Konservendosen.

Nüsse lassen sich schwer verfolgen

Die nächste Ernte von Mandeln, Walnüssen und Pistazien steht im September an. Kalifornische Bauern und Firmen haben sich darauf vorbereitet und die Sicherheitsmaßnahmen verbessert. Denn am Ende lässt sich  die Herkunft von Nüssen natürlich weitaus weniger gut verfolgen als zum Beispiel die Herkunft von Elektrogeräten oder anderem Diebesgut. 

"Nüsse sind ein gutes Produkt, um es zu klauen, denn die haben ja keine Seriennummer."
Nicole Markwald, Korrespondentin in Los Angeles