Tock, tock, quietsch, quietsch, knack, knack - reifes Obst und Gemüse lässt sich leicht am Geräusch erkennen. Der Soundcheck im Supermarkt bewahrt uns bestenfalls vor einer herben Überraschung, wenn wir das Obst zu Hause aufschneiden und es vertrocknet, unreif oder vergoren ist.

Wenn ihr den Audioplayer – direkt unter der Überschrift – anklickt, könnt ihr euch alle Obst- und Gemüsegeräusche anhören, die im Onlineartikel beschrieben werden.

Unser Reporter Christian Schmitt kocht gerne und kennt sich ganz gut mit vielen verschiedenen Lebensmitteln aus. Ein bisschen Nachhilfe braucht er allerdings noch dabei, reifes Obst und Gemüse von unreifem zu unterscheiden. Da hat er in der Vergangenheit versehentlich auch schon mal nach ungenießbaren Lebensmitteln gegriffen. Christian hat sich Tipps bei der Foodstylistin, Rezepteentwicklerin und gelernten Köchin Julia Floß geholt, damit er in Zukunft nur noch Gemüse in den Einkaufskorb packt, das auch definitiv lecker schmeckt.

"Wenn man dann einfach die Blätter ein bisschen mit dem Daumen so gegeneinander schiebt, dann sollte es dieses Quietschgeräusch geben."
Julia Floß, gelernte Köchin, Rezepteentwicklerin und Journalistin, testet den Frischegrad einer Artischocke

Die Blätter der Artischocke machen ein unerwartetes und recht prägnantes Quietschgeräusch, wenn man sie mit dem Daumen gegeneinander schiebt. Ein sicheres Zeichen dafür, dass die Blätter Flüssigkeit enthalten, noch frisch sind und lecker schmecken, wenn wir sie zubereiten. Wenn das Quietschgeräusch ertönt, können wir das Gemüse in den Korb packen, selbst wenn die Artischocke vielleicht gar nicht mehr so frisch aussieht, wie das auch bei dem Exemplar der Fall ist, das Julia und Christian testen.

Die nigerianische Trommel unter den Wassermelonen

Bei der Wassermelone müssen wir da schon etwas genauer hinhören. Und zwar, wenn wir mit dem Knöchel dagegen klopfen. Der Sound sollte satt klingen. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Frucht noch saftig ist. Bei einer unreifen Wassermelone ist das Geräusch etwas tiefer – er wird mit dem Reifegrad ein wenig höher. Wissenschaftler, die das Phänomen untersucht haben, haben den Sound einer reifen Wassermelone mit dem einer nigerianischen Trommel verglichen.

Viele von uns haben eher keine Vorstellung, wie eine nigerianische Trommel klingt, da kann es helfen, sich Soundbeispiele aus dem Netz anzuhören. Die Kokosnuss hingegen macht es uns ganz einfach: Sie sollte so klingen, wie eine Wasserflasche, die wir schütteln.

"Also die klingt halt total dumpf, man hört, dass da überhaupt keine Flüssigkeit mehr rotiert und dass sie höchstwahrscheinlich sehr, sehr trocken ist. Also davon würde ich abraten."
Julia Floß testet, wie frisch eine Wassermelone ist.

Gemüse wie Spargel und Möhren sollten knacken, wenn man sie bricht. Allerdings ist es nicht gerade empfehlenswert, durch die Obst- und Gemüseregale im Supermarkt zu gehen und wahllos Gemüse anzubrechen, denkt unser Reporter Christian Schmitt. Die gelernte Köchin Julia Floß empfiehlt, das Gemüse nur zu biegen, statt es durchzubrechen, denn dabei können wir schon feststellen wie viel Widerstand uns das Stängel- oder Wurzelgemüse entgegensetzt – und hier gilt: Je mehr Widerstand, desto frischer.

"Das klingt tatsächlich so, als würde man eine Wasserflasche schütteln, und das heißt, die ist noch tipptopp in Ordnung, die liegt noch nicht seit Wochen und Monaten im Supermarkt."
Julia Floß testet, wie frisch eine Wassermelone ist.