Die OECD hat Schülerinnen und Schüler gefragt, in welchem Beruf sie später arbeiten wollen. Viele haben eher traditionelle Berufe wie Arzt, Erzieherin oder Maschinenbauer genannt. Das Problem: Manche der genannten Berufe werden in einigen Jahren durch die zunehmende Digitalisierung wegfallen.

Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hat rund 5000 Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren in Deutschland befragt. Weltweit haben knapp 500.000 Schüler teilgenommen. Die Befragung wurde gleichzeitig mit dem Pisa-Test 2018 durchgeführt.

Die Schülerinnen und Schüler sind gefragt worden, was sie arbeiten wollen, wenn sie 30 Jahre alt sind. Die Ergebnisse zeigen, dass meistens traditionelle Berufe genannt worden sind, berichtet Bildungsjournalist Armin Himmelrath.

"Zumindest, wenn es um die Frage geht, was sie werden wollen, sind die Schülerinnen und Schüler sehr altmodisch."
Armin Himmelrath, Bildungsjournalist

Die Ergebnisse der OECD-Studie:

Meist genannte Berufswünsche der Mädchen

  • Lehrerin
  • Ärztin
  • Erzieherin
  • Psychologin
  • Krankenschwester
  • Architektin
  • Polizistin
  • Büroangestellte
  • Designerin
  • Juristin

Top Ten der Jungen

  • Bereich Informations- und Kommunikationstechnik
  • Industriemechaniker
  • Automechaniker
  • Polizist
  • Lehrer
  • Wissenschaftler
  • Arzt
  • Ingenieur
  • Architekt
  • Profisportler

Deutsche Schülerinnen und Schüler haben eine bereitere Auswahl bei ihrem Berufswunsch als Schülerinnen und Schüler aus anderen Ländern. Unter den Top Ten ist eben auch Designerin oder Profisportler, sagt Armin Himmelrath.

Digitalisierung wird die Berufswelt umkrempeln

Die OECD weißt im Rahmen der Studie darauf hin, dass sich die Digitalisierung zu wenig in der Liste der Berufswünsche der Schülerinnen und Schüler niederschlägt.

Denn laut Schätzungen der OECD wird es in einzelnen Berufsfeldern in zehn oder 14 Jahren 40 Prozent der Stellen nicht mehr geben. Vor allem werden im Zuge der Digitalisierung viele Bürojobs wegfallen. Doch Büroangestellte landet immerhin auf Platz acht der Top Ten bei den Mädchen. "Das sind Jobs, die in Zukunft hochgradig automatisiert werden", sagt Armin Himmelrath.

"Der Verdacht ist, dass die Jugendlichen eher darauf hoffen, dass sich die Berufe nicht verändern."
Armin Himmelrath, Bildungsjournalist

Deshalb müssen Schulen besser über künftige Berufe und Berufswelten informieren. Dazu gehört auch, Kompetenzen zu vermitteln, statt auf klassische Berufe vorzubereiten.

Veränderung der Jobs durch Digitalisierung kaum vorhersehbar

Denn wie sich die Digitalisierung auswirken und mit welchem Tempo sich die Berufswelt verändern wird, lässt sich kaum vorhersagen. Schulen sollten daher die Schülerinnen und Schüler generell auf Digitalisierung und digitale Themen vorbereiten. "Aber da sind Schule und das komplette Ausbildungssystem noch lange nicht angekommen", sagt Armin Himmelrath.