Gerade in der kalten Jahreszeit sind Vitamine wichtig. Aber bitte jetzt nicht losrennen und wahllos Obst und Gemüse shoppen! Wir sagen euch, wie ihr euch gesund ernährt, ohne eure Ökobilanz kaputt zu machen.

Wer im Winter ökologisch korrekt Lebensmittel einkaufen will, muss leider auf Einiges verzichten. Erdbeeren oder Tomaten etwa solltet ihr lieber weglassen oder zumindest nicht so oft essen, sagt DRadio-Wissen-Autorin Tina Kießling: "Die kommen jetzt entweder von sehr weit her - aus Kalifornien oder Israel zum Beispiel - oder sie werden unter großem Energieaufwand gezogen." Und das verbraucht so viel Energie und Wasser, dass man als umweltbewusster Verbraucher lieber die Finger davon lassen sollte.

"Im Winter lieber auf Dosen- oder getrocknete Tomaten zurückgreifen, die werden nämlich in der Regel im Sommer geerntet und verarbeitet und schmecken dann auch so."
DRadio-Wissen-Autorin Tina Kießling

Feldsalat wiederum könnt ihr gerade guten Gewissens kaufen, sagt Tina, "der hat bei uns jetzt Saison, genau wie Chicorée, Endiviensalat oder Radicchio". Nicht so günstig sind dagegen Eisberg- oder Kopfsalat, da diese Sorten im Moment ebenfalls aus dem Gewächshaus kommen. Bei den Kürbisgewächsen haben gerade Hokkaido und Butternut Saison und wachsen auch in Deutschland, Zucchini - auch ein Kürbisgewächs - ist eher ein Sommergemüse.

Grünkohl - der Superstar unter dem Wintergemüse

Gerade sehr zu empfehlen: Grünkohl. Denn der hat nicht nur gerade Saison, sondern ist auch noch extrem gesund: Calcium, Mineralstoffe, Vitamin C - alles drin. "Wem Grünkohl zu omamäßig rüberkommt, der kann sich ja einen Smoothie daraus machen", rät Tina. Auch Rote Bete hat gerade nicht nur Saison, sondern ist zudem noch gesund, genauso wie Steckrüben, Pastinaken oder Knollensellerie.

"Was jetzt auf jeden Fall gut geht, sind Walnüsse und Haselnüsse. Die kommen gerade frisch von den Bäumen aus der Umgebung in die Supermarktregale."
DRadio-Wissen-Autorin Tina Kießling

Also: Gemüse und Obst aus der Region kaufen und ihr seid ökobilanzmäßig aus dem Schneider? Ganz so einfach ist es leider nicht, erklärt Tina Kießling: "Bei konventionellem Obst und Gemüse aus der Region kann die Ökobilanz beispielsweise schlechter sein als bei Bio-Gemüse aus dem Ausland." Da beim biologischen Anbau weniger Energie verbraucht wird als beim konventionellen, wird die Umweltbelastung durch den langen Transport gewissermaßen ausgeglichen.

Ebenfalls wichtig: Wie aufwendig ist die Lagerung regionaler Sorten? "Von Herbst bis Frühjahr könnt ihr zum Beispiel guten Gewissens Äpfel aus der Region kaufen", sagt Tina. Ab April jedoch kippt die Ökobilanz des Apfels und es ist tatsächlich sinnvoller, Bio-Äpfel aus wärmeren Gefilden zu kaufen oder es ganz zu lassen, denn: Dann ist die Apfelsaison bei uns vorbei und deutsche Äpfel lagern schon sehr lange in speziellen Räumen, wo der Sauerstoffgehalt reduziert und der Kohlendioxidgehalt in der Luft erhöht wird, damit sie nicht weiter reifen - so lange, dass es schlecht für die Umwelt ist. Generell gilt: Mit einer guten Mischung aus regional und saisonal liegt ihr immer richtig. Was gerade Saison hat? Dafür gibt es Saisonkalender oder die Marktfrau.