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Das Oktoberfest ist Kult. Und inzwischen sogar markenrechtlich geschützt. Auch wenn es in München zum zweiten Mal in Folge ausfällt werden Ableger des Volksfestes auf er ganzen Welt gefeiert. Nur in Dubai wird es kein Oktoberfest geben. Entschieden hat das die Stadt München.

Manche können damit gar nichts anfangen. Andere fliegen um die halbe Welt, um auf dem Münchener Oktoberfest dabei zu sein. Coronabedingt fällt das Volksfest aber das zweite Jahr in Folge aus. Und auch wenn der Münchner Flair sicher nicht ganz so leicht nachzuahmen ist, Ableger gibt es inzwischen überall.

Nicht nur in anderen deutschen Städten, auch in den Vereinigten Staaten schunkelt man gerne, hebt eine Maß in Australien oder probiert eine Schweinshaxe in China. Nun wollte auch Dubai ein Oktoberfest ausrichten – ganze sechs Monate lang. Doch die Stadt München hat der Veranstaltung einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Das Oktoberfest ist von der EU markenrechtlich geschützt

Gestolpert sind die Veranstalter des Dubaier Oktoberfests nicht über den Namen selbst, sondern über den Slogan, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Johannes Döbbelt. Der lautete "Oktoberfest goes Dubai". Aus Sicht der Stadt München suggeriere das, dass in Dubai nun das "Original-Oktoberfest" stattfände, nachdem es in Deutschland abgesagt wurde. Vor Gericht hat die Stadt München für die Argumentation recht bekommen.

Übrigens ist das Oktoberfest auf Initiative der Stadt München von der EU inzwischen als Marke geschützt. Doch weder das, noch die Tatsache, dass das Oktoberfest in Dubai so nicht stattfinden wird, dürfte Auswirkungen auf die Oktoberfeste weltweit haben, schätzt Tim Hoesmann, Rechtsanwalt für Marken- und Urheberrecht.

"Es bedeutet nicht, dass niemand mehr Oktoberfeste veranstalten darf. Aber die Stadt München hat nun bessere Möglichkeiten, Oktoberfest-Kopien, die ihr nicht gefallen, tatsächlich zu verhindern."
Johannes Döbbelt zitiert Rechtsanwalt Tim Hoesmann

Wohl kein Aus für Oktoberfest-Alternativen weltweit

Veranstalter, die ein eigenes Oktoberfest auf die Beine stellen wollen, sollten im Zweifel bei der Stadt München nachfragen, rät Tim Hoesmann. Bis jetzt habe die Stadt die kleineren Kopien weltweit eher als Werbung für das Münchener Oktoberfest verstanden.

Die Frage, wann ein Oktoberfest ein Oktoberfest ist

Dem Oktoberfest in Dubai dürfte am Ende aber nicht nur die Gerichtsentscheidung einen Strich durch die Rechnung gemacht haben, meint Johannes Döbbelt. Berichten zufolge spanne sich die Corona-Lage in den Vereinigten Arabischen Emiraten wieder an. Außerdem hätten die Veranstalter in Dubai keine Alkohollizenz bekommen. Und eine Wiesn ohne Bier hätte mutmaßlich nicht den größten Erfolg gehabt. Dafür hätte man so das Risiko gebannt, das Dubaier Oktoberfest mit dem Münchener zu verwechseln.