Die Stiftung Warentest hat Olivenöl getestet und stellt fest: Jedes Zweite bekam die Note "mangelhaft". Dabei stellt sich die Frage: Wie ist diese Bewertung eigentlich zustande gekommen? Einige Kriterien sind fragwürdig, wenn es um die Bewertung der Qualität geht.

Wenn jedes zweite Olivenöl von Stiftung Warentest die Note "mangelhaft" erhält, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass zumindest eines davon in eurem Küchenschrank steht. Selbst Biomarken haben die fiese Fünf bekommen. Und jetzt? Wegschmeißen? Nein, sagt Christian Gertz. Der Lebensmitteltechniker gilt als der deutsche Olivenöl-Experte. Die Öle seien trotz der mangelhaften Note alle okay und keinesfalls gesundheitsschädlich.

Auch die Tatsache, dass in einigen Ölen Spuren von Mineralöl gefunden wurden, gibt keinen Anlass zur Sorge. In vielen Ölen taucht das nämlich von Natur aus auf. In Sonnenblumenöl zum Beispiel und da sind die Werte deutlich höher.

"Was man hier gefunden hat, sind Spuren, die man nur mit komplizierten analytischen Verfahren nachweisen kann, die sind total unbedenklich."
Christian Gertz kennt sich mit Olivenölen bestens aus

Herkunft als Qualitätskriterium

Ein weiterer Grund für die Vergabe der mangelhaften Note sind falsche Herkunftsangaben. Da sei es schon wichtig nicht zu schummeln, sagt Christian Gertz. Denn der Verbraucher möchte Orientierung. Und gerade bei Olivenöl stehen bestimmte Herkunftsländer eben für eine bestimmte Qualität. So gilt vor allem Olivenöl aus Italien als das hochwertigste. Da können Olivenöle aus Spanien oder Griechenland nicht mithalten. Und deswegen sei wichtig, dass drin ist, was drauf steht.

"Dieser Test ist sicher nicht der Maßstab für die aktuelle Marktlage."
Christian Gertz, Olivenöl-Kenner

Ein weiterer Fakt, der bei der Bewertung des Tests ebenfalls berücksichtigt werden muss: Das Öl wurde im September getestet. Gerade im vergangenen Jahr fiel ausgerechnet in Italien die Olivenöl-Ernte besonders schlecht aus. Die Toskana konnte nur etwa ein Viertel der üblichen Menge produzieren. Das heißt: Die Ware, die getestet wurde, war auf Grund der Ernte grundsätzlich von schlechterer Qualität. Die Ware, die jetzt in den Handel kommt, sei bereits wieder wesentlich besser, sagt Christian Gertz.

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