Hamburg oder Berlin? Das ist hier gar nicht die Frage. Denn egal, welche deutsche Stadt sich für Olympia 2024 bewerben wird, Deutschland hat eh keine Chance. Sagt unser Sportreporter Philipp May.

Gemäß den ungeschriebenen Regeln des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) sind die USA und die Bewerberstadt Boston "einfach dran", erklärt der Sportjournalist Philipp May. Denn zu einen sind die USA traditionell einer der Hauptgeldgeber des IOC und zum anderen "kann man die nicht noch einmal brüskieren, nachdem sie mit den Bewerberstädten New York und Chicago" gescheitert sind. Das zweite Problem: 2024 findet aller Voraussicht nach in Deutschland eine Fußball-EM statt.

"Olympia und Fußball-EM im gleichen Jahr im gleichen Land. Diese Idee findet man vor allem in Deutschland gut. Im Rest der Welt eher nicht."

Warum bewerben sich Hamburg und Berlin dann überhaupt? Eine Erklärung: "Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat keine andere Wahl", sagt Philipp May. Denn Mehrfachbewerbungen findet der IOC gut. Auch jetzt seien wieder Kandidaten dabei, die bereits mehrere vergebliche Anläufe hinter sich haben. "Und irgendwann dürfen die auch mal."

"2024 ist die Eintrittskarte für 2028"

Wer sich also öfter bewirbt, hat bessere Chancen. Olympia 2028 ist demnach eine realistischere Option für deutsche Bewerbungen. Allerdings: Auch 2028 bewerben sich so aussichtsreiche Kandidaten wir Paris und Rom. "Man muss es so sehen: Die Kandidatur für 2024 ist die Eintrittskarte für eine erfolgreiche Kandidatur 2028." Teuer ist die Bewerbung auf jeden Fall, rund 50 Millionen Euro wird es kosten. Philipp May findet: "Man muss wissen, ob es das wert ist."