Tischtennisspieler Timo Boll ist von 300.000 Fans und Athleten zum Träger der deutschen Fahne bei der Eröffnungsfeier gewählt worden - die wird allerdings bescheidener als bei den vergangenen Spielen ausfallen.

Trotz wenig erfreulicher Nachrichten im Vorfeld der Olympischen Spiele 2016 über die wirtschaftliche Lage des südamerikanischen Landes, das sich derzeit in einer Rezession befindet, über Kriminalität, Umweltprobleme, Doping der russischen Athleten und der verschmutzen Guanabara-Bucht, sind alle gespannt auf die Eröffnungsfeier in im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro.

Timo Boll freut sich schon riesig darauf, die deutsche Fahne ins Stadion tragen zu dürfen. Der Produzent der Eröffnungsshow, Marco Balich, hat der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, dass angesichts der wirtschaftlichen Lage eine bescheidenere Show angemessen ist. Offiziell ist nicht bekannt, wie viel Geld für die Show ausgegeben wird. Schätzungen gehen davon aus, dass sie die Hälfte der Show in London 2012 kostet, für die 42 Millionen US-Dollar ausgegeben wurden.

Keine langfristigen Impulse für Brasiiens Wirtschaft

Die Cariocas, die Einwohner von Rio de Janeiro, werden von den Olympischen Spielen kaum langfristige wirtschaftliche Impulse haben. Kurzfristig werden sie ihr Geld mit den Touristen verdienen, wie bisher auch, sagt unsere Korrespondentin Martina Knief.

Die Guanabara-Bucht in Rio, wo Segel- und Ruderwettkämpfe stattfinden, sei immer noch verdreckt. Martina ist an der Bucht entlang spaziert und hat kaum eine Änderung festgestellt.

"Das Panorama der Bucht ist atemberaubend, die Wasserqualität ist schrecklich. Es riecht nicht, man sieht aber an den Schaumkronen, dass es sehr dreckig ist. Da kommen einem Kondome und Plastikflaschen entgegen geschwommen."
Martina Knief, Korrespondentin in Rio de Janeiro

Für die Segler heißt es ebenso wie die Ruderer, sie sollten möglichst nicht in Kontakt mit Wasser kommen und sich nach dem Wettkampf desinfizieren, sagt Martina. Sie freut sich auf die Leichtathletikwettbewerbe und fiebert übrigens mit dem Schwimmer Marco Koch, den sie persönlich kennengelernt hat, und drückt im die Daumen, dass er eine Medaille mit nach Hause nimmt.