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Wenn die deutschen Athletinnen und Athleten bei den Olympischen Spielen auf dem Siegerpodest stehen, können sie nicht auf Reichtum hoffen. Es gibt zwar Programme, die sie fördern sollen, aber das Geld reicht oft nicht zum Leben aus.

Während der Olympischen Spiele treten verschiedenste Athletinnen und Athleten für Deutschland an. Die Medaillen, die sie bei den Wettkämpfen bekommen, stehen für ihren sportlichen Erfolg. Sie stehen aber auch für Geldprämien und Sponsorengelder. Die Erfolge der Sportler*innen werden so auch zu einer Währung, sagt Deutschlandfunk-Sportreporterin Marina Schweizer.

Pro Medaille eine Prämie

Für eine Goldmedaille zahlt ihnen die Stiftung Deutsche Sporthilfe eine einmalige Prämie von 20.000 Euro aus. 15.000 Euro gibt es für Silber, und für Bronze 10.000 Euro. Weitere kleine Beträge erhalten Athlet*innen bei einem Sieg bis zu Rang acht in der jeweiligen Sportart.

"Es gibt immer wieder Diskussionen darüber, ob der Betrag zu niedrig ist – zum Beispiel mit Blick auf andere Länder – aber auch andersrum, wie sinnvoll diese Prämien überhaupt sind."
Marina Schweizer, Deutschlandfunk-Sportredaktion

Beim Sponsoring kommen die Sponsoren vor allem auf Athlet*innen zu, die schon mal bei den Olympischen Spielen gewonnen haben oder in ihrer Sportart sehr erfolgreich sind – so wie Tennisspielerin Naomi Osaka. Die bekannten Athleten werden dadurch noch bekannter und bekommen zusätzlich Geld.

Anders als berühmte Sportlerinnen wie Naomi Osaka können viele Profisportler*innen nicht alleine von Geldprämien und potenziellen Sponsorings ihr Leben finanzieren. "Wenn es im Profi-Boxen in Deutschland schon schwer ist, Geld zu verdienen, ist es im olympischen Boxsport noch mal eine Ecke härter", sagte die deutsche Profi-Boxerin Nadine Apetz. Als erste Boxerin hat sie Deutschland bei den Olympischen Spielen vertreten.

Als Profi-Sportler beim Staat angestellt sein

In Deutschland finanzieren sich Athlet*innen wie Nadine Apetz daher oft über zwei Geldquellen: Auf der einen Seite fördert die Stiftung Deutsche Sporthilfe Athleten mit rund 300 Euro im Monat. Diese Förderung ist wiederum an eine Sportförderstelle gebunden. Dafür sind die Athletinnen bei der Polizei, dem Zoll oder der Bundeswehr angestellt. Diese Sportförderung läuft über den Bund und wird über Steuergelder finanziert.

Profi-Boxerin Nadine Apetz zum Beispiel hat bei der Bundeswehr eine Stelle als Hauptgefreite. Viele Sportler*innen haben bei der Bundeswehr eine ähnliche Stelle, sagt Marina Schweizer. In der untersten Gehaltsstufe verdienen sie gut 2.300 Euro monatlich.

"Reich wird man in den meisten Sportarten nicht von Prämien – und von Sportförderung ohnehin nicht."
Marina Schweizer, Deutschlandfunk-Sportredaktion

Entscheiden sie sich gegen eine Stelle bei der Polizei, dem Zoll oder der Bundeswehr, können sie versuchen, bei der Stiftung Deutsche Sporthilfe in eine höhere Förderstufe zu kommen und würden dann jeden Monat mit 700 bis 800 Euro unterstützt. Sind die Sportler*innen besonders erfolgreich, erhöht sich die Summe eineinhalb Jahre vor den Olympischen Spielen um 1.000 Euro.

Wer sollen die Athlet*innen bezahlen?

Ein Vermögen verdienen die Sportlerinnen und Sportler damit aber nicht, so die Sportreporterin. Oft gehe es ihnen darum, von ihrem Sport ganz gut leben zu können. In dem Kontext kommt häufig auch die Diskussion auf, ob die Athlet*innen, die für Deutschland antreten, über Steuergelder finanziert werden sollen – und mit wie viel Geld – oder über die private Wirtschaft.

Kritik gibt es auch zu den Prämien der Deutschen Sporthilfe. Es steht zum Beispiel die Frage im Raum, inwiefern die Beträge verglichen mit den Prämien anderer Länder zu niedrig seien. Die Deutsche Sporthilfe sieht sich nach eigener Aussage als langfristiger Förderer der Sportler*innen. Die Erhöhung der einmaligen Prämien sei nicht ihre Aufgabe.