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Für Olympia trainieren ist hart – vor allem, wenn ein Virus dazu kommt, das die eigene Leistungsfähigkeit schwächt und die Organisation der Spiele durcheinanderbringt. Die Athlet*innen mussten dieses Jahr neben dem allgemeinen Druck mehr Ungewissheit, Frust, Isolation und körperliche Einschränkungen in Kauf nehmen.

Frank Stäbler ist Ringe-Weltmeister – und hat sich mit Corona infiziert. Inzwischen ist der Sportler zwar genesen, doch ganz erholt hat er sich nicht: 20 Prozent seiner Leistungskraft hat ihn die Infektion nach eigenen Angaben gekostet. Auch andere Athlet*innen litten unter den Folgen ihrer Covid-Erkrankung.

"Frank Stäbler hat sich dann mit einem Atemtrainer auf Olympia vorbereitet, mit dem er zeitweise eineinhalb Stunden am Tag atmen geübt hat."
Marina Schweizer, Deutschlandfunk-Sportredaktion

Frank Stäbler litt vor allem an Atem-Problemen, was sich auf die Belastbarkeit ausübt, erklärt Marina Schweizer aus unserer Sportredaktion. Der Sportler berichtete, dass er bei Belastung keine Luft mehr bekommen habe. Außerdem litt er unter starken Brustschmerzen. Trotz dieser Einschränkungen konnte Frank Stäbler noch eine Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen ergattern.

Oft milder Verlauf aber langanhaltende Folgen

Für viele der Athlet*innen verlief eine Erkrankung mit Covid-19 relativ glimpflich. Trotzdem bedeutete es immer einen Trainingsausfall und viele Untersuchungen, bis sichergestellt war, dass der Körper nicht überbelastet wird. Außerdem mussten viele mit einer geringeren Trainingsintensität einsteigen.

"Milder Verlauf heißt aber noch nicht bei allen dass sie vor Long Covid gefeit sind. Die Schwimmerin Lisa Graf hat ihre Karriere wegen Long Covid dieses Jahr beendet."
Marina Schweizer, Deutschlandfunk-Sportredaktion

Einige Athlet*innen haben vor allem mit den Folgen von Long Covid zu kämpfen. So etwa Schwimmerin Lisa Graf. Sie verpasste die Qualifikation für Olympia und beendete ihre Karriere, nachdem sie monatelang unter Beschwerden gelitten hatte. Darunter starke Gliederschmerzen, auch in der Nacht, sodass sie nicht schlafen konnte.

Der Triathletin Katharina Blach erging es ähnlich. Die Ausdauerathletin berichtete von Problemen mit dem Nervensystem: Ihre Hände und Füße sind ständig eingeschlafen. Zwischenzeitlich war sie sogar auf einen Rollator angewiesen.

Zusätzliche psychische Belastung

Neben den körperlichen Beschwerden kamen für viele Athlet*innen eine erhöhte psychische Belastung hinzu. Ein gutes Beispiel ist Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause, sagt unsere Sportredakteurin. Sie erreichte den fünften Platz und hatte im Interview dennoch Tränen in den Augen.

Gesa Felicitas Krause berichtete: Die Vorbereitung sei hart gewesen. Vor allem aufgrund der vielen Entbehrungen, die die Pandemie mit sich gebracht hat.

"Corona hat eine ganze neue Dimension an Belastung in den Wettkampf hineingetragen."
Marina Schweizer, Deutschlandfunk-Sportredaktion

Da war zum einen die ständige Unsicherheit, ob und wie die Spiele überhaupt stattfinden würden, sagt Marina Schweizer. Zum anderen seien teilweise Ligen und Weltcups ausgefallen, sodass die Athlet*innen weniger Möglichkeiten hatten, sich zu messen.

Dazu kamen Ungewissheiten was die Ansteckungsgefahr angeht. Einige der Athlet*innen mussten sich außerdem von ihren Familien und Partnern isolieren, weil sie sich in Quarantäne-Trainingslagern vorbereiteten.

Wettkampf von Angst begleitet

Doch auch während der Spiele lässt für viele Athlet*innen der Druck nicht nach: Die Beachvolleyball-Spielerin Karla Borger berichtete, sie habe jeden Tag Angst vor einem positivem Corona Test – denn dann müssen die Athlet*innen für zehn Tage in ein Quarantäne Hotel und dürfen dort teilweise nicht einmal die Fenster öffnen.