Erst hieß es nach sechs Monaten, dann nach fünf. Wann ist die Booster-Impfung denn sinnvoll? Biontech-Chef Uğur Şahin bringt sogar einen Booster nach drei Monaten ins Spiel, was allerdings mit der Omikron-Variante zu tun hat. Wissenschaftsjournalistin Christina Sartori erklärt die Zusammenhänge.

Die neue Omikron-Variante des Coronavirus stellt uns vor neue Herausforderungen. Laborstudien haben gezeigt: Sechs Monate nach der zweiten Impfung sind fast gar keine Antikörper mehr im Blut, die gegen Omikron wirken. Bei der Delta-Variante, die derzeit bei uns noch vorherrschend ist, ist das anders. Da haben wir nach sechs Monaten noch einige Antikörper. Die Booster-Impfung wird also in gleich doppelter Hinsicht wichtig und nötig:

  1. Um den Schutz vor Delta aufzufrischen.
  2. Um uns so gut es geht vor Omikron zu schützen.

Booster nach drei Monaten?

Der Chef von Biontech, Uğur Şahin, empfiehlt sogar über eine Boosterimpfung nach nur drei Monaten nachzudenken. Natürlich muss man berücksichtigen, dass er mit dem Impfstoff viel Geld verdient, räumt Wissenschaftsjournalistin Christina Sartori ein, allerdings habe Uğur Şahin diesen Vorschlag auch nur unter der Voraussetzung gemacht, dass sich die Omikron-Variante weiter ausbreitet.

"Durch eine Boosterimpfung hat man wieder viele Antikörper – da sind dann auch wieder welche dabei, die gegen Omikron helfen."
Christina Sartori, Wissenschaftsjournalistin

Zwar gibt es derzeit in Deutschland einige erste Omikron-Fälle – und bisher gehen Forschende auch davon aus, dass die Variante ansteckender als Delta ist – "unser großes Problem ist aktuell aber die Delta-Variante", sagt Christina Sartori. Deshalb sei es zum aktuellen Zeitpunkt nach wie vor sinnvoll, seine Impfung nach fünf bis sechs Monaten aufzufrischen.

"Wer eine Vorerkrankung hat oder schon älter ist, sollte sich schon nach fünf Monaten boostern lassen. Wer jung und gesund ist, da reicht es nach sechs Monaten."
Christina Sartori, Wissenschaftsjournalistin

Klar ist: Anders als beispielsweise bei der Tetanus-Impfung, die wir nur alle zehn Jahre erneuern müssen, werden wir uns gegen das neuartige Coronavirus wohl häufiger impfen lassen müssen. Gut möglich, dass es im kommenden Frühjahr schon wieder soweit sein könnte, wenn sich Omikron bis dahin durchgesetzt hat und es einen angepassten Impfstoff gibt. Biontech und Moderna arbeiten bereits daran.

Omikron-Impfstoff im Frühjahr

Die Firma Biontech geht aktuell davon aus im März oder April die ersten Dosen liefern zu können. Das ist zwar absehbar, aber kein Grund mit der Booster-Impfung bis dahin zu warten, mahnt Christina Sartori.

"Wer wartet, der wird sich wahrscheinlich anstecken – mit Delta oder Omikron. Beides ist schlecht."
Christina Sartori, Wissenschaftsjournalistin