Wir sollen auf unseren Körper hören, sagt der Orthopäde Bernd Kladny. Weil wir alle individuell sind und unterschiedliche Bedürfnisse haben, sind One-fits-all-Matratzen als Standard für jede Frau und jeden Mann Quatsch.

Hersteller von One-fits-all-Matratzen halten die unterschiedlichen Matratzentypen von Federkern bis Latex für überflüssig. Ein Härtegrad passt für jeden, egal wie schwer er ist. Dagegen sagt Bernd Kladny, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie, dass alle Modelle ihre Berechtigung haben und "wir mit der Standardlösung alleine nicht hinkommen".

"Die Menschen sind sehr individuell und unterschiedlich, deswegen ist es immer problematisch, eine Standardlösung zu haben."

One-fits-all-Matratzen bestehen aus verschiedenen Schichten Schaumstoff, während andere Matratzen-Modelle mit unterschiedlichen Systemen arbeiten. Generell lässt sich gar nicht sagen, ob eine bestimmte Art besser ist als die andere, sagt Bernd Kladny. Denn es hänge von jedem Menschen ganz individuell ab, welche Matratze sich für ihn am besten eignet. Wichtig dabei sei, dass der Druck gleichmäßig verteilt und die Wirbelsäulenform gestützt werde.

"Man muss individuell für sich, seine Körperform und seinen Schlaf etwas finden. Da hilft einfach probieren."
Bernd Kladny, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie

Als Wissenschaftler könne man Druckmessungen machen und die Wirbelsäulenform untersuchen. Am besten könne aber jeder selbst entscheiden, welche Matratze die beste ist. Alle Matratzen haben Vor- und Nachteile: Die Federkernmatratze hat eine sehr gute Durchlüftung, einen guten Wärmeabtransport, "hat aber vielleicht Probleme in der Punktelastizität bei der Anpassung an einen verstellbaren Lattenrost", sagt Bernd Kladny. Die Latex-Matratze zeigt Probleme beim Gewicht und der Durchlüftung.

"Wenn Sie auf einer Matratze gut schlafen, dann ist das nicht eine Frage des Preises. Qualität hat zwar irgendwo immer einen Preis, aber es muss nicht eine sehr teure Matratze sein, sondern Ihr Körper berät Sie selbst."
Bernd Kladny, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie