Die deutschen Banken und Sparkassen haben eine Alternative zu Paypal vorgestellt: Giropay. Der Dienst funktioniert, ist aber weniger komfortabel als Paypal. Er punktet vor allem mit Datenschutz.

Jahrelang haben die Banken und Sparkassen in Deutschland jeweils eigene Lösungen für das mobile Bezahlen per App entwickelt. Doch die Systeme namens Paydirekt, Giropay oder oder Kwitt konnten im Markt nie zum US-Riesen Paypal aufschließen.

Um das zu ändern, sind die verschiedenen Systeme schon seit längerer Zeit unter der gemeinsamen Dachmarke und App Giropay zusammengeführt worden.

Deutlicher Vorsprung für Paypal

Vor Giropay fürchten müsse sich Marktführer Paypal nach wie vor nicht, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Andreas Noll. Dafür sei der Abstand einfach zu groß.

Weil unter Giropay mehrere Systeme zusammengefasst sind, sei es zwar schwer, präzise Zahlen nennen. Einige Millionen Nutzer*innen sollen es in Deutschland aber sein, so Andreas Noll. Im Google-Playstore liegt die App allerdings unter einer Million Installationen. Paypal spricht von mehr als 31 Millionen Kundinnen und Kunden in Deutschland.

"Im Google-Playstore liegt die App unter einer Million Installationen. Paypal spricht von mehr als 31 Millionen Kund*innen in Deutschland."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Dass der Abstand noch so groß ist, hat auch damit zu tun, dass Giropay zwar von großen deutschen Online-Shops wie Mediamarkt oder der Deutschen Bahn als Zahlungsmethode angeboten wird – nicht aber von der US-Konkurrenz und Paypal-Nachbarschaft im Silicon Valley wie etwa Amazon oder Ebay.

Kein Giropay bei Amazon oder Ebay

Von der Funktionalität her ist Giropay durchaus mit Paypal zu vergleichen: Der Account mit Benutzername und Passwort ist mit dem Girokonto verbunden. Ihr könnt bei Online-Shops damit bezahlen oder auch Geld via App an Privatleute schicken.

An das transferierte Geld kommt ihr übrigens auch ohne eigenen Giropay-Account: Ihr erhaltet dann eine Mail mit der Nachricht, dass Geld unterwegs ist. Sie beinhaltet einen Geldcode, der bei der eigenen Bank eingelöst werden kann.

Wie bei Paypal gibt es auch bei Giropay einen Käuferschutz, wenn die Ware etwa nicht geliefert wurde.

Giropay-Nutzung nur per App

Anders als bei Paypal könnt ihr Geld bei Giropay nur mit der App verschicken – per Browser im Portal geht das nicht.

Außerdem könnt ihr auch nicht an jede beliebige Person Geld schicken (von der ihr eine bei Paypal registrierte Mailadresse habt). Sie muss im Adressbuch eures Handys verzeichnet sein.

"Bei giropay könnt ihr Geld nur mit der App verschicken. Die Person muss außerdem im Adressbuch eures Handys verzeichnet sein."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Das Giropay-Appdesign macht auf Andreas Noll einen "altbackenen" Eindruck. Giropay funktioniert aber einwandfrei. Aktiviert wird der Dienst auch zunächst im Online-Banking der eigenen Bank.

Punkt für die US-Konkurrenz: Paypal hat deutlich weniger Einschränkungen. Dort ist das Zahlen komfortabler, findet Andreas Noll. Zum einen, weil man via Paypal fast überall bezahlen kann. Zum anderen, weil man auch verschiedene Zahlungsquellen verwenden kann: So könnt ihr zum Beispiel den einen Paypal-Kauf mit einer Kreditkarte bezahlen, den nächsten dann aber vom Girokonto abbuchen lassen.

Stichwort Datenschutz

Wer Paypal (mit EU-Sitz in Luxemburg) nutzt, dem muss klar sein, dass seine persönlichen Daten in den USA landen können. Hier hat Giropay die Nase vorn.

"Beim Datenschutz hat Giropay eindeutig die Nase vorn."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

App und Portal sind laut Heise-Test datensparsam und sicherheitsbewusst programmiert.