Selbstmord ist die zweithäufigste Todesursache bei Deutschen unter 25 Jahren. Tendenz steigend. Auf der Online-Plattform U25-Deutschland finden suizidgefährdete Jugendliche Hilfe bei Gleichaltrigen.

Niko ist 19 Jahre alt. Er arbeitete beim Projekt U25-Deutschland mit und berät Jugendliche, die über Selbstmord nachdenken. Der Austausch mit den Hilfesuchenden findet nur online statt. Einmal die Woche schreiben sich der Jugendliche und sein Peer, der gleichaltrige Berater. Der Austausch von Mails ist so getaktet, damit man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann. Wenn der Jugendliche über die Geschehnisse der vergangenen Woche berichtet, ist es für den Berater auch einfacher, sich einen Überblick über dessen Situation zu verschaffen.

"Es melden sich von 12-Jährigen bis hin zu 22-Jährigen, die private Probleme oder Schwierigkeiten auf der Arbeit haben. Da ist alles dabei: vom Liebeskummer bis zu Vergewaltigung oder Drogenproblemen."

Den Hilfesuchenden nicht unter Druck setzen

In fünf deutschen Städten gibt es Berater, die für U-25-Deutschland tätig sind. Niko wohnt in Gelsenkirchen. Dort arbeiten rund 20 Peers, die mit 400 Jugendlichen in Kontakt stehen. Bevor sie mit suizidgefährdeten Jugendlichen in Kontakt treten, werden die Berater geschult. Wenn jemand sagt, dass er Selbstmord begehen möchte, ist es erst mal wichtig, ihn nicht unter Druck zu setzen, weiß Niko. Deshalb würde er auch nie sagen: "Nein, mach das nicht!", wenn ein Jugendlicher ihm von seinen Suizidgedanken erzählt. Vielmehr geht es darum, dem Hilfesuchenden zu zeigen, dass seine Situation nicht ausweglos ist und das er nicht alleine mit seinen Problemen dasteht.

"Wir haben in der Ausbildung gelernt, dass wir erst mal fragen sollen, wie akut es wirklich ist, wenn jemand sagt, dass er Suizid begehen will. Und warum er das tun will."

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