Ingolf Bollenbach ist Wanderschäfer. Er hat über 300 Schafe und schlachtet auch selbst. An Ostern steigt die Nachfrage nach Lammfleisch, das in Deutschland sonst nicht so beliebt ist.

Josef ist das einzige Schaf der Herde, das einen Namen hat. Ingolf Bollenbach hat ihm einen Namen gegeben, weil der Schafsbock zahm ist. Bei einer Herde von über 300 Schafen wäre es auch schwer, den Überblick zu behalten. Seine Tiere lässt Ingolf Bollenbach auf den Wiesen rund um Köln weiden. Nur in den Wintermonaten kommen die Schafe in den Stall. Mit spätestens zehn bis elf Monaten schlachtet der gelernte Metzger seine Tiere, da das Fleisch von älteren Tieren kaum noch gefragt.

"Wenn Lämmer geboren werden, die ein bisschen außergewöhnlich sind - eine Blesse haben oder schwarz sind - da sagt man: Dich behalte ich zur Nachzucht."
Ingolf Bollenbach, Wanderschäfer

In Ingolf Bollenbachs Herde lohnt es sich das schwarze Schaf zu sein

"Ich bestelle im Restaurant auch gerne Lammfleisch"

Nicht jedes von Ingolf Bollenbachs Lämmern landet auf der Schlachtbank. Schließlich muss er ab und zu auch ein Schaf ersetzen, wenn es als Mutterschaf nicht mehr geeignet ist. Tiere, die sich äußerlich gesehen von anderen unterscheiden, behält er gerne zur Nachzucht. Dem Schäfer schmeckt Lammfleisch immer noch sehr gut, obwohl er jeden Tag mit den Tieren verbringt. Im Restaurant bestellt er gerne mal Lamm, um zu sehen, ob das Fleisch so gut schmeckt, wie von seinen Tieren. Im Supermarkt bekommt das Fleisch von Ingolf Bollenbachs Schafen nicht, er verkauft es direkt an seine Stammkunden.

"Ich lade meine Lämmer auf, die haben keine Angst, weil sie mich kennen. Dann fahre ich zur Schlachtstätte. Sie werden mit einer Stromzange betäubt und dann wird der Hals durchgeschnitten, damit das Schaf ausblutet."
Ingolf Bollenbach, Wanderschäfer