Somalia und Pakistan haben wegen Heuschreckenplagen den Notstand ausgerufen. Die WHO geht davon aus, dass weltweit mehr als 25 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche gefährdet sind. Damit wäre die Lebensmittelversorgung von 20 Millionen Menschen bedroht.

Der Heuschreckenschwarm fliegt an, ist wahnsinnig schnell, und wenn die Tiere wieder weg sind, ist im Prinzip nichts mehr auf den Feldern vorhanden – so berichtet es ein Bauer aus Pakistan der ARD-Korrespondentin für Südasien, Silke Diettrich.

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Die Situation in Pakistan hat etwas von einem Horrorfilm, sagt Silke Diettrich. Auf Fotos und Videos überrascht vor allem auch, wie groß die Tiere sind. Auf einem Bild aus Karachi sei über dem Stadion alles schwarz. Wüsste man nicht, dass es Heuschrecken sind, könnte man denken, es wären Tauben. So groß kommen einem die Heuschrecken vor, sagt Silke Diettrich.

"Ein Foto aus Karachi. Da ist über so einem Stadion alles ganz schwarz. Und man denkt eigentlich, das sind Tauben. So groß sieht das manchmal aus."
Silke Diettrich, ARD-Korrespondentin für Südasien

Die Plage in Pakistan ist die schlimmste seit Jahrzehnten. Viele Umweltforscher werfen der pakistanischen Regierung vor, zu spät gehandelt zu haben. Denn im Prinzip gebe es die Plage schon seit Juni 2019, als viele Heuschrecken vom Iran herübergekommen seien. Dass die Situation völlig unterschätzt wurde, musste schließlich auch der Minister für Lebensmittelsicherheit zugeben, sagt Silke Diettrich.

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Heuschreckenplagen gibt es immer wieder, eine Plage die das ganze Land betrifft, ist eher ungewöhnlich. Mittlerweile hat Pakistan den Notstand ausgerufen. So auch Somalia, das ebenfalls von der schlimmsten Plage seit 25 Jahren betroffen ist.

Schlimmste Plage seit 25 Jahren in Somalia

In dem ohnehin schon von Krisen und Terror geschwächten Land droht eine humanitäre Krise, schildert Bettina Lüscher von der Hilfsorganisation World Food Programme. Jetzt schon versorge das Programm in Somalia etwa vier Millionen Menschen mit Hilfsgütern, davon sind eine Million Kinder.

Um die Katastrophe einzudämmen, sei es wichtig, Pestizide zu versprühen, aber auch weiter Geld zu sammeln. Das World Food Programme habe Teams vor Ort, um genau zu analysieren, wie am sinnvollsten geholfen werden kann. Im Vergleich mit anderen Krisen in Somalia sei die Heuschreckenplage eine ganz andere Herausforderung. Experten sagen, dass die Zahl der Heuschrecken bis zum Sommer um das 500-fache zunehmen könne, berichtet Bettina Lüscher.

"Die Experten sagen, dass sich bis zum Sommer die Zahl dieser Heuschrecken um das 500-fache vermehren könne. Das muss man sich mal vorstellen."
Bettina Lüscher, World Food Programme

Krisen wie diese seien in armen Ländern nur in breiten Koalitionen mit anderen Hilfsorganisationen zu bewältigen. Auf Grundlage genau kalkulierter Risikoanalysen, die beispielsweise Wettervorhersagen und Datenmaterial von Klimakatastrophen einbeziehen, versuchen Organisationen schon im Vorfeld Vorhersagen zu treffen und Lebensmittel und andere Hilfsgüter an bestimmte Orte zu transportieren oder Gelder einzusammeln, sagt Bettina Lüscher. Auch wenn die Analysen immer besser werden, würden manche Krisen immer schwieriger werden.