Unter dem Schlagwort #PanamaPapers wurde vor zwei Jahren ein weltweiter Finanzskandal veröffentlicht. Die Unterlagen bewiesen nicht nur, was für legale und halbseidene Möglichkeiten es gibt, keine Steuern zahlen zu müssen. 

Es ging auch um Geldwäsche. Maßgeblich darin verwickelt: Die Kanzlei Mossack Fonseca aus Panama, die 200.000 Briefkastenfirmen gegründet haben soll, bei denen das Geld von Politikern, Sportlern und anderen Promis geparkt war. Jetzt hat die Kanzlei dicht gemacht.

"Wir haben einige Gesetze, über die ich erstaunt bin, dass sie so schnell kamen, dass sie überhaupt kamen."
Benedikt Strunz, NDR Rechercheverbund

Das ist zwar die aktuellste, aber nicht die einzige Konsequenz aus der Veröffentlichung. Benedikt Strunz hat mitrecherchiert an den #PanamaPapers und wundert sich selbst ein bisschen darüber, wie schnell Regierungen zum Teil gehandelt haben. So wurde gerade erst in der EU ein Gesetz verabschiedet, das dazu führt, dass alle Firmenbesitzer künftig in einem Register genannt werden müssen. Das mache Journalisten die Arbeit leichter, aber auch den Strafverfolgungsbehörden.

Manches dauert länger

In einer weiteren Initiative werden viele Staaten zukünftig Kontodaten miteinander austauschen, um Steuerhinterziehung zu erschweren. 

Einige Entscheidungen brauchen aber viel länger, als sich das Benedikt Strunz wünschen würde. So habe Deutschland nach den Veröffentlichungen einen Aktionsplan mit zehn Punkten angekündigt. Doch bis heute seien viele dieser Punkte nicht mal ansatzweise umgesetzt. 

500 Millionen Dollar Steuerschulden eingetrieben

Eine weitere Folge der #PanamaPapers: Weltweit wurden in den vergangenen zwei Jahren 500 Millionen Dollar Steuerschulden eingetrieben. Und das sei erst der Anfang. Denn das Bundeskriminalamt (BKA) zum Beispiel hat die Daten erst seit einem halben Jahr - gekauft von einer anonymen Quelle. Diese Daten teilt das BKA auch mit anderen Staaten. Allein das Finanzamt Hamburg hat laut Recherchen von Benedikt Strunz 500 Personen identifiziert, die Offshore-Firmen in Hamburg halten.

"Wer Geld gewaschen oder Steuern hinterzogen hat, auf den kommt auch in den kommenden Monaten und Jahren noch was zu."
Benedikt Strunz, NDR Rechercheverbund

Handlungsbedarf sieht Benedikt Strunz allerdings nicht nur bei den Finanzbehörden: Vor allem die Morde an den beiden Journalisten Daphne Caruana Galizia und Jan Kuciak zeigen, dass investigative Journalisten in der EU besser geschützt werden müssen. Und auch Whistleblower, eine wichtig Informationsquelle für investigative Journalisten, müssten gesetzlich dringend besser geschützt werden.

Mehr zu den #PanamaPapers bei Deutschlandfunk Nova: