Die Infektionszahlen steigen weiter – und damit das Risiko für Schülerinnen und Schüler, sich in vollen Bussen und Bahnen damit anzustecken. Unterrichtsbeginn zu unterschiedlichen Zeiten könnte helfen, das Infektionsrisiko zu mindern.

Die Stadt Herne will es ab 16. November für alle weiterführenden Schulen ausprobieren: Durch einen gestaffelten Schulstart soll die Zahl der Schüler, die gleichzeitig in den Öffentlichen Bussen und Bahnen fährt, verringert werden.

Bis zu 20 Prozent weniger Mitfahrerinnen und Mitfahrer könnte es dadurch gegeben, rechnet der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen vor. Damit kann man das Risiko einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 sicherlich verringern, auch wenn es dazu keine genauen Zahlen gibt.

Neuinfektionen nicht auf ein bestimmtes Ereignis rückführbar

Denn bei vielen Neuinfektionen könne man nicht nachvollziehen, wo genau der- oder diejenige sich angesteckt habe. Außerdem seien auch Experimente, die die Ansteckungsgefahr in Öffentlichen Verkehrsmitteln nachstellen, unethisch und könnten dadurch nicht durchgeführt werden, sagt die Wissenschaftsjournalistin Christina Sartori.

"Wenn man längere Zeit dicht bei einer Person steht oder sitzt, die infiziert ist, die dann vielleicht redet, ins Handy telefoniert, lacht oder niest, dann besteht eben ein Risiko, sich anzustecken."
Christina Sartori, Wissenschaftsjournalistin

Sicherlich könnten durch einen späteren Schulstart auch Betreuungsprobleme entstehen, wenn beispielsweise Eltern früh aus dem Haus müssten, sagt die Wissenschaftsjournalistin. Oder auch dadurch, dass Schüler nachmittags länger Unterricht hätten.

Auch könne man überlegen, dass die Flixbusse, die durch die verschärften Coronamaßnahmen zurzeit nicht genutzt werden können, möglicherweise für den Transport von Schulkindern eingesetzt werden könnten.

Konsens, dass Schulen offen bleiben sollen

Ein gestaffelter Schulstart, sei eine unkonventionelle Idee, räumt Christina Sartori ein. Aber sie denkt auch, dass in der Gesellschaft derzeit Konsens darüber herrsche, dass die Schulen geöffnet bleiben sollten.

Wenn durch einen gestaffelten Schulstart das Infektionsrisiko gesenkt werden könnte, sollten man sich darüber Gedanken machen, wie sich das in der Praxis umsetzen lasse, findet die Wissenschaftsjournalistin.