Politikerinnen und Politiker sind sich uneinig und diskutieren, ob Ungeimpften auch mit einem negativen Schnelltest nicht mehr überall Zutritt gewährt wird. Beschlossen haben die Ministerpräsidenten bei ihrer Konferenz, dass ab dem 11. Oktober die Tests kostenpflichtig werden.

Die Gastronomie hat besonders stark unter den Lockdowns des vergangenen Jahres gelitten. Um einen Eindruck von der Stimmung unter den Wirtinnen und Wirten zu bekommen, hat der Dehoga seine Mitglieder befragt, wie sie zu den Hygieneregeln stehen: "Geimpft" und "genesen" - 2-G-Regel - und "geimpft", "genesen" und "getestet" - die 3-G-Regel.

Getestet bedeutet inzwischen PCR-Test. Ein einfacher Schnelltest reicht künftig möglicherweise nicht mehr aus, um in einem Restaurant zu essen oder sich in einer Bar oder Kneipe aufzuhalten.

Mehrheit der Wirte gegen 2-G-Regel

Fast 5500 Dehoga-Mitglieder haben an der Befragung teilgenommen. 60 Prozent der Befragten hat die 2-G-Regel als negativ gewertet. Demnach befürwoten rund 40 Prozent der Dehoga-Mitglieder diese Regel.

Eine Mehrheit spricht sich für Lockerungen für alle geimpften und genesenen Gäste aus, sollte eine 2-G-Regelung kommen.

Bundesliga: Nur 1000 Tickets für ungeimpfte Zuschauer

Die beiden Bundesligisten Eintracht Frankfurt und der 1. FC Köln haben sich für die 2-G-Regel ausgesprochen. Aktuell gilt in der Bundesliga, dass - je nach Inzidenzwert - nur Tausend ungeimpfte Personen Tickets erwerben können. Zudem werden weitere Tausend Geimpfte und Genesene in die Stadionränge gelassen.

Der Fußballclub Borussia Dortmund hat bereits angekündigt, dass ab einer Inzidenz von über 35 nur noch Geimpfte und Genesene ins Stadion dürfen. Ausnahmen gibt es für diejenigen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können.

Andere Fußballclubs haben sich bei einer Umfrage der Sportschau zurückhaltend geäußert. Die Fußballclubs VfL Wolfsburg, Hertha BSC, Mainz 05 und Borussia Mönchengladbach sind gegen die 2-G-Regel - außer es kommt eine entsprechende gesetzliche Verordnung.

"Es wird immer Nicht-Geimpfte geben, es wird immer Menschen geben, die sich nicht impfen wollen oder dürfen. Wollen wir deshalb sagen, es darf nie wieder Veranstaltungen geben?"
Jens Michow, Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft

Ganz klar für eine 2-G-Regel hat sich der Präsident des Bundesverbands
der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, Jens Michow, ausgesprochen. Er findet es richtig, Ungeimpfte von Veranstaltungen auszuschließen, auch wenn das für eine gewisse Ungerechtigkeit sorgt.

2-G-Karneval

Das Comitee Düsseldorfer Carneval hat bekannt gegeben, dass in der kommenden Session nur Geimpfte und Genesene zu den Karnevalsfeiern zugelassen werden. Allerdings liegt dazu noch kein offizieller Beschluss vor.

Entscheidung in der Ministerpräsidentenkonferenz

Einig sind sich die Ministerpräsidenten und -präsidentinnen darüber, dass ab dem 11. Oktober Tests kostenpflichtig werden. Für Personen, die aus bestimmten Gründen nicht geimpft werden können, soll es weiterhin kostenlose Tests geben.

Für bestimmte Innenräumen gilt ab dem 23. August die 3-G-Regel. Nur wer geimpft, genesen oder frisch negativ getestet ist, erhält Zutritt. Alle Personen, die weder vollständig Geimpfte noch Genesene sind, müssen einen negativen Antigen-Schnelltests vorlegen, der nicht älter ist als 24 Stunden - oder
einen negativen PCR-Tests, der nicht älter ist als 48 Stunden ist.

Ob 3- oder 2-G-Regel gelten soll, darüber gehen die Meinungen auseinander: Das Bundesgesundheitsministerium zum Beispiel favorisiert, dass bei einer gewissen Infektionslage Ungeimpften der Zutritt beispielsweise zum Restaurant oder zu Veranstaltung verwehrt wird. Auch der Vorsitzende des Weltärztebundes Frank Ulrich Montgomery hält das für eine praktikable Lösung.

Der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, hat sich gegen diese 2-G-Regel ausgesprochen. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und Hamburgs erster Bürgermeister, Peter Tschentscher, SPD, fordern, Ungeimpften den Zutritt mit einem entsprechenden PCR-Test zu gewähren.