Wenn es böllert und knallt, reagieren viele Hunde ängstlich bis panisch, die Halter und Halterinnen sind hingegen meist etwas ratlos.

Schussfest sind die wenigstens Hunde, weil sie mit den lauten Knallgeräuschen nicht sozialisiert wurden. Es gehört nicht zu ihrem Alltag. Sie erschrecken sich, wenn geböllert wird, weil sie die Geräusche um ein Vielfaches lauter wahrnehmen als wir.

"Einige Leute haben wohl Vorräte, denn der offizielle Verkauf von Böllern startet erst zwei Tage vor Silvester."
Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Verena von Keitz hat die ersten Böller in diesem Jahr schon vernommen.

Ausgebildete Jagd, Polizei- und militärische Schutzhunde haben in der Regel eine Ausbildung absolviert, in der sie gelernt haben, souverän zu reagieren, wenn ein Schuss fällt. Bei den meisten Familienhunden ist das nicht der Fall.

Allerdings gibt es auch Hunde, die aufgrund der Rasse oder des individuellen Charakters grundsätzlich reaktionsarm sind und sich auch von einem Feuerwerk nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das ist aber wohl eher die Ausnahme.

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Verena von Keitz berichtet von ihrem eigenen Hund, mit dem sie viele Jahreswechsel im Badezimmer bei laut eingeschaltetem Radio verbracht hat, damit das Tier die Böllerei nicht mitbekommt.

"Ich habe viele Jahreswechsel mit einem zitternden Hund und laut plärrendem Radio im Bad verbracht – bis sie (Hund Mona) dann in ihren letzten zwei Lebensjahren schwerhörig wurde."
Verena von Keitz, Deutschland Nova

Erst als der Hund in den letzten Lebensjahren schwerhörig wurde, stellten die Feuerwerkskörper in der Silvesternacht keinen Stressfaktor mehr dar.

Wenn es plötzlich knallt

Auch wenn die anhaltende Knallerei die Hunde stresst, so sind sie in der Wohnung zumindest sicher davor, sich zu verletzen. Es ist also ratsam, mit ängstlichen Tieren an Silvester eher drinnen zu bleiben.

Wenn Hundehalter*innen an den Tagen vor dem Jahreswechsel unterwegs sind und es unerwartet knallt, weil jemand einen verfrühten Böller gezündet hat, kann das gefährlich werden. Es besteht die Gefahr, dass ein Hund vor Schreck auf eine befahrene Straße rennt, wenn er nicht angeleint ist.

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Verena von Keitz rät daher, Hunde in den Tagen vor Silvester nur angeleint auszuführen.

Mona am Rhein mit Freund Chuli
© Deutschlandfunk Nova | Laureen Keitsch
Deutschlandfunk-Nova-Bürohund Mona (links) beim Toben mit Hundefreund Chuli.

Knallgeräusche: Mit zunehmendem Alter werden Hunde eher sensibler

Viele hoffen, dass sich der eigene Hund mit den Jahren an die Silvesterknallerei gewöhnt, das ist allerdings eher unwahrscheinlich. Unsere Reporterin hat bei ihrem eigenen Hund beobachtet, dass mit zunehmendem Lebensalter die Angst vor Feuerwerksböllern eher größer wurde und die Sensibilität zunahm. Eine Beobachtung, die unserer Reporterin auch von Hundetrainer*innen bestätigt wurde.

  • Moderation:  Krissy Mockenhaupt
  • Gesprächspartnerin:  Verena von Keitz, Deutschlandfunk Nova