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Pünktlich an Gipfeln teilzunehmen, war für die Bundesregierung seit einigen Jahren keine Selbstverständlichkeit mehr. Die neue Regierungsmaschine mit dem Namen "Kurt Schumacher" soll das ändern.

G20-Gipfel in Buenos Aires 2018: Weil das Regierungsflugzeug eine Panne hatte, flogen die Kanzlerin und der Bundesfinanzminister einen Tag später mit dem Linienflugzeug. Mit solchen Problemen soll jetzt Schluss sein. Bundesaußenminister Heiko Maas, der selbst mal von drei Pannen in nur drei Monaten betroffen war, hat die neue Regierungsmaschine "Kurt Schumacher" am 10. Januar 2021 eingeweiht. Mit ihr ist er nach Kairo geflogen – ganz pünktlich. Kurt Schumacher war SPD-Parteivorsitzender von 1946 bis 1952. Vielleicht war das ein gutes Omen für den SPD-Politiker Heiko Maas.

Fabrikneue Regierungsmaschine mit Reichweite

Geflogen hat den Airbus A350 Oberstleutnant Achim Hauck. Das Besondere an der Maschine mit dem Namen "Kurt Schumacher": Sie ist fabrikneu. Getestet wurde sie im vergangenen Jahr bei einem Ultra-Langstreckenflug.

"Der A350 kann höher, schneller und weiter fliegen als alle Modelle, die wir bisher hatten", sagte der Pressesprecher der Luftwaffe, Thorsten Weber, vor dem ersten regulären Flug. Insgesamt drei Typen der Reihe A350-900 hat die Bundesregierung bestellt. Die beiden anderen Flugzeuge sollen im kommenden Jahr fertiggestellt sein.

Die Austattung

Der A350 ist ein Großraumflugzeug mit einer Länge von 67 Metern und einer Spannweite von 63 Metern. Darin finden 113 Passagiere, drei Piloten und mindestens zehn Flugbegleiter Platz. Außerdem gibt es einen Konferenzbereich und eine Lounge, dazu Abteile, wo die Passagiere schlafen oder Journalisten Interviews führen können.

Bei der Ausstattung handelt sich aber nicht um Luxus, wie man sie bei Königshäusern sehen kann, sondern es ist eher eine Arbeitsausstattung, erklärt der Flugzeugexperte Cord Schellenberg. Die anderen beiden im Bau befindlichen Flieger sollen auch als Sanitäts- und Notfallflugzeuge für medizinische Fälle und zum Transport von Soldaten und Soldatinnen dienen. Schließlich sind es Flugzeuge der Luftwaffe, die für die Bundesregierung eingesetzt werden.

"Nur Luxus, das wäre für einen Regierungsflieger falsch. Das machen vielleicht Königshäuser."
Cord Schellenberg, Flugzeugexperte

Die Leistung

Die "Kurt Schumacher" fliegt nonstop 18.000 Kilometer weit. Damit erreicht sie ohne Zwischenstopp Auckland in Neuseeland. Bei den alten Regierungsfliegern war nach 12.000 Kilometern Schluss. Gerade, dass die "Kurt Schumacher" weiter fliegen kann als die älteren Regierungsmaschinen, ist das Wichtige an ihr, betont der Flugzeugexperte.

"Das ist das Wichtigste an der Maschine, dass Regierungsmitglieder mit diesem Flugzeug weltweit entfernte Ziele nonstop erreichen können."
Cord Schellenberg, Flugzeugexperte

Die Maschine fliegt zudem 13.100 Meter hoch, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 960 Stundenkilometer und die normale Reisegeschwindigkeit etwa 910 Stundenkilometer.

Die "Kurt Schumacher" ist die erste Regierungsmaschine weltweit des Typs A350, erklärt Cord Schellenberg. Gebaut wurde das Flugzeug von Airbus im französischen Toulouse, die Ausstattung kommt von Lufthansa Technik in Hamburg.

Neuer Flieger ökologischer

Das neue Modell soll auch öko-effizienter sein, sagt Cord Schellenberg, weil es nur noch zwei Triebwerke hat, während die älteren Modelle vier hatten. Ein weiterer Pluspunkt für Verbrauch und Effizienz, meint der Experte.

Die ausgedienten Maschinen kommen aber bei der Bundeswehr noch zum Einsatz. Sie haben schon viele Kilometer "auf dem Buckel", erklärt der Flugzeugexperte, weil sie auch schon als Linienflugzeuge im Einsatz waren. Das mag ein Grund dafür gewesen sein, dass sie nicht mehr so zuverlässig waren.

Anlass des Kairo-Besuchs

In Kairo hat sich Bundesaußenminister Heiko Maas übrigens mit den Außenministern Ägyptens, Jordaniens und Frankreichs getroffen. Anlass der Gespräche: eine mögliche Wiederbelebung des Friedensprozesses zwischen Israel und den Palästinensern.