Wenn man auf dem Rad unterwegs ist zu Terminen und eine Panne hat, ist das ärgerlich. Wie gut, dass es mittlerweile Dienste gibt, die Pannenhilfe auch für Fahrradfahrer*innen anbieten.

2020 war ein Rekordjahr für die Fahrradbranche. Es wurden mehr als 5 Millionen Räder in Deutschland verkauft. Auch 2021 lagen Fahrräder noch im Trend. Aufgrund von Lieferengpässen gingen die Verkaufszahlen zwar zurück, doch der Umsatz der Industrie blieb gleich im Vergleich zu 2020.

Laut dem Bundesverkehrsministerium steigt die Zahl der Fahrradfahrer*innen in Deutschland weiter an. Demnach wollen bis zu 49 Prozent häufiger Rad fahren. Auch der ADAC als größter deutscher Autoklub hat das erkannt und bringt ab Juni 2022 einen Fahrrad-Pannendienst an den Start.

Neu sind solche Hilfedienste für Radler*innen allerdings nicht. Beispielsweise bietet der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club ADFC bereits seit 2016 Hilfe für Mitglieder an.

Andere Autoklubs haben das Angebot ebenfalls zugunsten von Fahrrädern erweitert. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Ilka Knigge berichtet, dass es möglich ist, bei verschiedenen Versicherungen einen Fahrradschutzbrief zu bekommen.

Meistens gibt es eine Hotline, die man Tag und Nacht erreichen kann, wenn man liegen geblieben ist. Die Mitarbeiter*innen stellen zum Beispiel Kontakt zu einer Fahrradwerkstatt her.

"Im besten Fall wird der Kontakt zu einer Werkstatt vor Ort hergestellt und die kommen dann und helfen einem an Ort und Stelle oder transportieren einen mit Bike ab."
Ilka Knigge, Deutschlandfunk Nova

Ersatzrad oder Unterkunft

Teilweise erhält man dann ein Ersatzrad oder eine Unterkunft wird gesucht. Das ist natürlich nur interessant, wenn man auf einer längeren Tour unterwegs ist und die Reparatur länger dauert. Zum Teil bergen die Anbieter Fahrräder auch, wenn sie in eine Schlucht gefallen sind.

Für den neuen Dienst des ADAC berichtet unsere Reporterin, dass Hilfe eigentlich innerhalb von 40 Minuten zu Radfahrenden kommen soll. In Internetforen machen Nutzer*innen ihrem Ärger bereits Luft darüber, dass sie der ADAC deutlich länger habe warten lassen.

Ilka Knigge schränkt allerdings ein, dass dies für alle Dienste gelte. So ist im Netz zu lesen, dass man teilweise sehr lange auf die Pannenhilfe warten müsse.

Für wen sich ein Fahrradschutzbrief lohnt

Reporterin Ilka Knigge erklärt, dass sich Versicherungen mit Fahrradschutzbrief vor allem für Personen lohnen, die längere Touren mit dem Rad machen.

"Zum Beispiel auch bei längeren Touren im Ausland. Allerdings muss man dann auch gucken, dass dieser Schutz auch im Ausland gilt."
Ilka Knigge, Deutschlandfunk Nova

Interessant sein könnte der Schutz auch für Leute, die jeden Tag längere Strecken mit dem Rad zurücklegen, die nicht durchgehend durch Ortschaften führen. Gerade wenn man mit einem schweren E-Bike unterwegs ist, bietet sich so eine Police an, meint Ilka Knigge.

"Ein E-Bike lässt sich ja nicht so einfach zurücktransportieren. Wenn man sich mit Reparaturen nicht so gut auskennt, ist fachkundige Hilfe wichtig. Dann sollte man über den Fahrradschutzbrief nachdenken."

Sonderfall Mountainbike

Wer nur kleinere Stecken fährt, braucht aber nicht nach dem besten Schutztarif zu suchen, so Ilka Knigge. Denn häufig ist der Schutz in der Nähe des Wohnorts ausgeschlossen. Man muss also erst einige Kilometer zurücklegen, um die Leistungen in Anspruch nehmen zu können. Für Mountainbiker*innen ist ein Schutz nicht zu empfehlen.

"Der ADAC kommt beispielsweise nur dahin, wo er legal mit dem Abschleppwagen hinfahren darf. Bergwege sind also von vornherein ausgeschlossen.“

Zum Schluss weist unsere Reporterin darauf hin, dass Leihräder oft vom Schutz ausgeschlossen sind. Am Ende kommt es also vor allem darauf an, wo ihr mit dem Rad unterwegs seid.

Einen reinen Radschutzbrief gibt es ab ungefähr 20 Euro im Jahr. Für Leute, die schon Mitglied eines Autoklubs sind, ist der Fahrradservice inklusive.