Die Ruhr-Universität hat ein eigenes Parfum herausgegeben. Es soll anregen, gleichzeitig entspannen und die Kommunikation fördern. Bei der Kreation geholfen haben 20 Jahre Riechforschung.

Dass Universitäten Corporate Designs haben, Stifte und Tassen mit dem eigenen Logo bedrucken und dass ihre Presseabteilungen für nationale und internationale Öffentlichkeit sorgen - das ist inzwischen Standard. Ein eigenes Parfum, selbst kreiert mit eigenem Design - das ist in Sachen Hochschulmarketing neu. Und wenn das Parfum nicht die Ruhr-Universität Bochum herausgegeben hätte, sondern eine x-beliebige Uni, dann hätte man dieses Vorhaben vielleicht als unangemessen und eitel bezeichnen können.

Forschungsschwerpunkt: Düfte und Gerüche

Die Ruhr-Uni erforscht seit Jahren, wie der Mensch riecht und welchen Einfluss Gerüche auf seinen physischen und psychischen Zustand haben. Nach eigener Aussage ist die Uni auf diesem Gebiet "in Deutschland mindestens, vielleicht sogar weltweit führend". Da passt es irgendwie, wenn Mitarbeiter der Uni zusammen mit dem Parfumeur Geza Schön ein Parfum entwickeln.

"Frauen tragen kulturbedingt in der Regel lieblichere Düfte. Inzwischen sind sie aber durchaus ein bisschen frisch und citrusartig geworden."
Hanns Hatt, Professor für Riechforschung an der Ruhr-Universtität Bochum

Die Uni Bochum hat bei der Kreation des Parfums mit dem Namen "Knowledge by RUB" ein paar Vorgaben gemacht: Es soll anregend wirken und das Erlangen von Wissen erleichtern, deshalb sind Duftstoffe enthalten, die in Richtung Citrus gehen. Gleichzeitig soll es aber auch entspannen: "Denn nur wer entspannt ist, kann auch konzentriert an etwas arbeiten", sagt Hanns Hatt, Professor an der Ruhr-Uni Bochum, der unter anderem die Wirkung auf Zellen und Rezeptoren einzelner Duftstoffe erforscht.

Unisex-Duft mit Kommunikationsverstärker

Er und sein Team haben kürzlich etwa herausgefunden, dass der Duftstoff Hedion ein Kommunikationsverstärker ist. Davon ist auch etwas im RUB-Parfum Knowledge gelandet - das übrigens als Unisex-Duft konzipiert wurde.

Hanns Hatt rät: Man kann den Duft auch als eine Raumspray verwenden, zum Beispiel im Arbeitszimmer. "Dann hat man die Vorteile dieses Duftes direkt dort, wo man arbeitet." Angeblich nämlich volle Konzentration in entspannter und kommunikativer Atmosphäre.