Einfach auf einem frei gewordenen Parkplatz Decken oder Rollrasen auslegen, ein paar Liegestühle drauf und vielleicht ein Picknick einpacken – damit seid ihr gut auf den Park(ing) Day vorbereitet, der jeden dritten Freitag im September stattfindet. Mit dieser Umwidmung der Parkplätze soll öffentlicher Raum zurückerobert werden.

Normalerweise stehen auf den Parkplätzen in unseren Städten Autos. Leere Autos, die meist mehrere Stunden zwischen Straße und Bürgersteig geparkt werden und eigentlich schönen öffentlichen Raum blockieren. Beim Park(ing) Day sieht das Stadtbild etwas anders aus. Da können wir beobachten wie öffentlicher Raum von Fußgängern zurückerobert und sinnvoll genutzt wird - oder selbst daran teilnehmen: Mit gemeinsamen Spielen, Essen, Musikhören, oder Quatschen.

Aus Parkplätzen für Autos wird ein Park für Menschen

Deutschlandfunk-Nova-Autorin Sabrina Loi erklärt, der Parkplatz für Autos wird vorübergehend in einen winzigen Park für Menschen verwandelt, an dem man einfach Zeit verbringen kann.

"Die Idee dahinter ist zu zeigen, wie viel Fläche in der Stadt durch Autos verloren geht – zum Beispiel durch Parkplätze."
Sabrina Loi, Deutschlandfunk Nova

Der Park(ing) Day wurde 2005 von dem Kreativ.Kollektiv Rebar in San Francisco ins Leben gerufen. Inzwischen hat der Aktionstag weltweit Anhänger, die die Parkbuchten teils sehr kreativ nutzen.

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Fläche kann beim Ordnungsamt angemeldet werden

Da wir ja aber von Parkplätzen in Deutschland reden, ist es sinnvoll, vorher abzuchecken, was überhaupt erlaubt ist. Für Heiko Nickel, den politischen Geschäftsführer beim Verkehrsclub Deutschland, in Hessen gibt es zwei Optionen:

  • beim Ordnungsamt anmelden
  • Guerilla-Campieren

Wer an diesem Freitag spontan dabei sein will, muss wegen der Kurzfristigkeit wohl die Guerilla-Methode wählen, und einfach schauen, wo ein Parkplatz frei wird und diesen dann besetzen. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Sabrina Loi empfiehlt, einfach ein Lastenrad auf den Parkplatz zu stellen. Rein rechtlich dürfen Lastenräder auf Parkplätzen abgestellt werden. Allerdings: Wenn es ein kostenpflichtiger Parkplatz ist, müsst ihr dafür auch ein Parkticket lösen.

Bisher nie Ärger beim Park(ing) Day

Vielleicht seid ihr aber eher der organisierte Typ. Dann habt ihr sicherlich ganz safe alles beim Ordnungsamt angemeldet. Das ist ziemlich einfach: Ähnlich wie bei einem Umzug bekommt man für den gewünschten Zeitpunkt Halteverbotsschilder, sagt Heiko Nickel. In der Regel laufe das ohne Probleme.

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"Sie melden die Aktion über das Ordnungsamt ihrer Stadt an und erklären, was Sie machen wollen. Dann haben Sie einen gewissen Bereich am Straßenrand."
Heiko Nickel, politischer Geschäftsführer beim Verkehrsclub Deutschland in Hessen

Aus Hessen zumindest ist Heiko Nickel kein Fall bekannt, in dem es mal Ärger gegeben habe. Teilnehmer des Park(ing) Days sollten aber darauf achten, wirklich nur den Parkplatz zu besetzen und den Verkehr nicht zu behindern. Außerdem – aber das versteht sich ja von selbst – sollte hinterher alles wieder eingeräumt und mitgenommen werden.