Glyphosat darf auch in den nächsten fünf Jahren in der Europäischen Union genutzt werden. Kritiker des Pestizids sind deshalb sauer. Aber vielleicht ist das die Chance, um eine Alternative zu finden und aus der Glyphosat-Nutzung auszusteigen. Unsere Umweltredakteurin Jule Reimer ist da eher kritisch.

Am Montag (27.11.) hat die EU-Kommission die Verwendung von Glyphosat für weitere fünf Jahre erlaubt. Der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt hatte der Entscheidung im Alleingang zugestimmt - ohne Zustimmung des Umweltministeriums. Schmidt wurde für seine Entscheidung heftig kritisiert.

Was geht noch ohne Glyphosat?

Aber welche Alternative hätten die Landwirte ohne das Pestizid? Zum Beispiel traditionelle Methoden, um die Böden zu bearbeiten, sagt Jule Reimer. Also zum Beispiel die Böden ganz klassisch mit einem Pflug auflockern. So machen das Ökobauern, aber auch viele konventionelle Landwirte.

Im großen Stil fehlt es aber an anderen Möglichkeiten. Es gibt zwar mittlerweile mehr Forschung zu biobasierten Pestiziden, sagt Jule Reimer. Aber das reiche noch nicht. 

Fraglich, dass in den nächsten fünf Jahren etwas passiert

Ob die nächsten fünf Jahre tatsächlich für solche Forschung genutzt werden, muss man abwarten. Dagegen spricht, dass die Industrie eine Verlängerung für mehr als fünf Jahre gefordert hatte. 

"Die Industrie hatte sich eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung für 10 bis 15 Jahre gewünscht. Klingt nicht, als würde großartig nach Alternativen gesucht."
Jule Reimer, Umweltredaktion Deutschlandfunk

Die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat hätte man mit der Entscheidung verbinden können, dass danach Schluss ist. "Das hätte Klarheit geschafft", sagt Jule Reimer. Es wäre auch ein deutliches Signal an die Pestizidhersteller gewesen.

Frankreich geht voran

Es gibt EU-Staaten, die schon früher auf Glyphosat verzichten wollen. Frankreich zum Beispiel will binnen der nächsten drei Jahre weg von dem Pestizid. Und nicht nur das: Das Land plant, generell aus der chemiebasierten Landwirtschaft auszusteigen.

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